Zypern - Die geteilte Insel

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Anlässlich des Championsleague-Spiels von Borussia Dortmund gegen APOEL Nikosia sollte es für meine Freundin und mich einen fünftägigen Aufenthalt auf der Mittelmeerinsel geben. Gerne berichte ich davon und gebe euch den ein oder andere Tipp mit. Mit dem Flugzeug in der südlichen Küstenstadt Larnaca am Abend gelandet, ging es mit ein paar weiteren Freunden mittels Großraumtaxi zum Hotel, für 7€ pro Person. In anderer Konstellation ist sicherlich auch der Bus für 1,50€ pro Person eine gute Alternative. Die Fahrtzeit mit diesem Beträgt auch nur ca. 20 Minuten. Larnaca selbst überzeugt als beliebter Ferienort vor allem durch seine Promenade und einem großen Strand, welcher allerdings stark mit den Liegen der Hotels zugepflastert ist. Diese konnten zumindest gratis genutzt werden. Im Bereich der Promenade gibt es eine Vielzahl von Restaurants und Bars. Hierbei sind insbesondere die Lokale in zweiter Reihe (bspw. Stone Age oder Dylans Rock Bar) stark gefragt. Am nächsten Morgen ging es mit dem Intercitybus, Abfahrt Busstation Promenade an der Beach Arena (Athenon 6, Larnaca), nach Nikosia. Von dieser Haltestelle aus fahren alle Intercitybusse, also u.a. auch nach Limassol und Paphos. Der Bus nach Nikosia kostet 4€ pro Person, das Returnticket 7€.

Unser Apartment in Nikosia befand sich in der Haupteinkaufstraße, der Ledra Street, welche nur 5 Min vom Busbahnhof entfernt ist. Diese Straße bietet die üblichen bekannten Textiler und Gastro-Ketten. In den Nebenstraßen finden sich einige wirklich coole Bars und Cafes. Besonders empfehlen kann ich einen armenischen Imbiss, der eine breite Palette griechisch-türkischer Gerichte zu Tiefstpreisen bietet und diese frisch zubereitet (Kreuzung Onasagorou/ Apollonos). Fürs Abendprogramm haben wir an unserem einzigen Abend in Nikosia nach dem Spiel zwei Bars aufgesucht. Die erste entpuppte sich als totaler Flopp. Schwerhöriger und unfreundlicher Wirt, ein besoffener Engländer macht Youtube-Musik, uns wird gezapftes Bier versprochen und wir bekommen 0,33 aus der Flasche. Preis 5€, laut Aushang unverschämte 4€. Gut, dass der Wirt sich überlegt für 20Minuten (oder vll auf ewig? ) seine Spelunke zu verlassen. Freundlich wie wir sind, darf er sich trotzdem über nen 10er für 4 Flaschen freuen.. Empfehlenswert ist da besser eine Bar in der Straße Rigenis/Ledras Street, welche durch ein Warsteiner-Werbeschild auffällt, allerdings kein Warsteiner ausschenkt. Halber Liter gezapft für 2,60€ mein ich. Besondere Sehenswürdigkeiten bietet Nikosia, abgesehen von der Grenze bzw. dem Grenzübertritt nach Nordzypern, meiner Meinung nach nicht. Die Stadt hat ein nettes Flair und ist besonders für Leute, die gerne in Läden stöbern und ein paar Schnäppchen machen möchten, interessant. Die Grenze der geteilten Stadt steht unter Beobachtung der UN. Die sogenannte ,,Blaue Linie‘‘ kann man sehen und die jeweiligen Schutzanlagen begutachten. Der Übertritt dauerte bei uns weniger als 5 Minuten. Auf der türkischen Seite Nikosia gibt es neben den berühmten türkischen Klamotten, typische Restaurants. Eine Moschee kann ebenfalls besucht werden, hierbei gelten die gewohnten Kleiderordnungen. Vom Busbahnhof ging es zurück nach Larnaca, von wo es nach einer Nacht im Larco Hotel, welches für 30€ zzgl. zur Übernachtung auch ein All-you-can-Angebot anbietet. Dieses hatten wir zwar nicht gebucht, aber der Ausschank an dem Tag war weltklasse und das Personal blieb gelassen und freundlich. Am nächsten Tag ging es mit dem Mietwagen weiter. Den Wagen hatten wir über Europcar im Vorfeld für 35€ pro Tag inkl. Unterbodenversicherung zur Abholung am Flughafen gebucht. Außer kurzer Suche nach dem Schalter (unter Ebene/ Ankunft) gab es keinerlei Probleme, Fotos von Vorschäden wurden zur Sicherheit aber mal besser gemacht. Erste Station unserer auserkorenen Route war die Hafenstadt Limassol. Hier gibt es einen Kiesstrand, eine lange Promenade und den besagten Hafen, welcher aus meiner Sicht allerdings nicht einen Besuch nötig werden lässt. Weiter ging es nach Paphos, welches mir nur als Ryanair-Destination bekannt war. Außer einen kurzen Stopp und eine kleine Durchfahrt kann ich hier nichts weiter zu berichten. Unser Tagesziel war der kleine, aber relativ touristische Ort Polis (2.000 Einwohner). Auf dem Weg zu diesem (z.T. direkt entlang der Küste) sind zahlreiche Strände ausgeschildert. Nach einigen Stunden am Strand, ging es nach Sonnenuntergang über zyprische Dörfer nach Polis. In Polis hatten wir uns bei Kozis Hotel Appartments für 28€ im Doppelzimmer einquartiert. Uns empfing eine ältere Frau, die uns mit Handschlag und dem Versprechen, sich um uns wie um Ihre eigenen Kinder zu kümmern, empfing. So wurden wir direkt in ein großes Zimmer, inkl. Wohnzimmer, Küche und Balkon gebracht. Abends gab es eine mehrgängiges 2-Personen Fischmenü im Ortszentrum für schmale 12€ pro Person. Dieses umfasste insgesamt ca. 20 einzelne Portionen u.a. waren auch Muscheln darunter. Zum Abschluss gab es dazu typisch zypriotisch ein Stück Kuchen und wahlweise Cafe oder Ouzo . Am nächsten Morgen (nach dem Frühstück im Hotel für 5€/Person inkl. Cafe und frisch von der Chefin zubereitetes Omlette) ging es an den Hotelpool und anschließend zu den knapp 10km entfernten Bath’s of Aphrodite. Bei dieser Sehenswürdigkeit handelt es sich um eine Grotte, in der Aphrodite gebadet haben und auf Adonis getroffen sein soll. Da die Anlage kostenfrei und insgesamt ganz nett ist sowie Wanderwege und eine schöne Aussicht geboten werden, kann man dieses Ziel durchaus empfehlen. Hauptziel des heutigen Tages war allerdings die Fahrt durch den Paphos Forrest, dem größten Waldgebiet auf Zypern mit dem höchsten Berg, dem Olympus mit knapp 2.000km. Da wir nur einen Kleinwagen hatten und ich die Straßen bzw. Wege laut Google Maps als nicht besonders ausgebaut einschätze, wurde es tatsächlich ein kleines Abenteuer. Vorbei an einem Stausee im Wald ging es über Stock und Stein zum Teil mit Schrittgeschwindigkeit über die verlassenen Waldwege bis nach knapp 2 Stunden wieder die asphaltierte Straße erreicht wurde. Das Auto blieb mit Zeus‘ Segen ohne Beschädigung. Nach Erklimmen der Serpentinen entschädigten die Aussicht für die vorangegangenen Mühen. Mit Einbruch der Dämmerung ging es wieder abwärts und nach weiteren 1,5h erreichten wir erneut Limassol, wo ein Restaurant angesteuert wurde. Anschließend ging zurück nach Larnaca, wo der Abend noch im Pubviertel in zweiter Reihe der Promenade verbracht wurde. Abschließend das Auto beim netten Mitarbeiter am Flughafen zurückgebracht und über Thessaloniki nach Düsseldorf zurück ins kühle Deutschland. Fazit: Zypern ist ein spannendes und vielseitiges Reiseziel, welches man einmal besucht haben sollte. Essen und Gastfreundschaft sind so wie man es sich für die Region vorstellt. Im Herbst sind die Temperaturen ideal und 3-7 Tage lassen sich auf Zypern super gestalten. Bild