Rundreise auf Green Jamaika

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Im Herbst sollte es auf eine einwöchige Fernreise gehen, da passte es ideal, dass Kumpel Alex Begleitung für einen Trip zu seinem 30. Geburtstag suchte. Die Wahl fiel auf Jamaika, da a) Karibik und b) gute Anbindung und Flugpreise mittels Eurowings. Mit Tim, Malte und Finn waren insgesamt  fünf Motivierte schnell zusammen. Ein Flugpreis direkt ab Köln ließ sich auch problemlos für 350 Euronen return sichern, wobei bei etwas späterer Buchung auch an vielen Daten, u.a. unseren, 300€ return lange verfügbar waren. Neben Buchung der Unterkünfte und des Mietwagens zählte das Ordern des internationalen Führerscheins zur Vorbereitung. Dieser wird zwar von den meisten Mietwagenverleihern bei lateinischer Schrift nicht benötigt, kann aber bei Polizeikontrollen/ Unfällen verlangt werden, so unser Kenntnisstand. Mit 2 Stunden Verspätung hob der Vogel dann auch ab und wir versuchten umgehend den Flug mittels Schnapps und Wein zu genießen. Das Entertainment-System kostet hier leider 10€ und ist zudem nicht besonders empfehlenswert, so dass wir den Großteil des Fluges mit gewohnt geistreichen Themen überbrückten. Störend in Erinnerung auf meinem diesem Langstreckenflug blieb das extrem häufige vorbeilaufen des Personals, einen Gangplatz würde ich nächstes Mal nicht mehr nehmen.

 

Bei Ankunft in Montego Bay die ausgefüllte Arrival-Card vorgezeigt und nachdem auch Tim durch war (musste wegen blauer Kullifarbe neu ausfüllen J) hieß  es den Mietwagen abzuholen. Da uns von Sixt jemand zur Abholstation fahren sollte, aber andere Leute noch unterwegs waren, gab es das erste Welcome Bier direkt mal auf Herrn Sixt sein Deckel für uns. Das Jamaikanische Red Stripe, gebraut in Kingston, erinnert optisch sehr stark an Hustensaftflaschen und so hatte in den folgenden 7 Tage auch jeder stets das Gefühl, ausreichend Heilungstrunk zu sich zu nehmen. Nach der kurzen Fahrt und einigem freundlichen hin und her den Mietwagen entgegengenommen, musste aufgrund der hereingebrochenen Dunkelheit die letzten km zur Unterkunft bei zunächst wiedermal ungewohnten Linksverkehr zurückgelegt werden. Da wir alle noch keine Jamaikadollar hatten, gestattete uns die bei der jIHK gelernte Hotelfachfrau uns die 25€ pro Nase, was sich als sehr wertvoll herausstellte, da 2 Geldautomaten defekt gewesen wären und vielleicht auch immer noch sind J

 

Montego Bay bietet eine mehrere hundert Meter lange Straße, welche von Restaurants und Bars gesäumt wird. Als wird diese ansteuerten, wurde sofort klar, jeder möchte genau uns sein Gras verkaufen und auch die Frage nach Koka ist hier keine Seltenheit. Die Bars, die sich augenscheinlich eher an Touristen richten, sagten uns hier noch nicht so zu und waren auch nicht gut besucht an diesem Abend trotz Wochenende, so dass wir uns eine nahegelegene Localbar mit lauter Reggaeton-Musik suchten.  Hier wussten die abgedrehten Tanzmoves der Jamaikaner zu gefallen, allerdings konnte man sich auch kaum unterhalten, so dass wir uns für ein paar abschließende Bier an den Hotelpool verzogen. Dort konnte mit dem Koch des Hotels ein seriöser wirkender Dealer aufgetan werden, so dass ein ansehnlicher Beutel für die Gruppe den Besitzer wechselte. Aus Erzählungen kann ich sagen: es war der erwartete  qualitätsstarke grüne Samt.

 

Am nächsten Morgen ging es  mit unserem Flitzer auf die erste richtige Fahrt, nach Negril, welches für seinen 7km langen und schönen Strand bekannt ist und zudem als Feierort gepriesen wird. Hier hatten wir uns für zwei Nächte in ein ansehnliches Hotel direkt am Strand und Bar im Pool entschieden. Das Hotel wusste durchaus zu gefallen, einziges Manko war definitiv das nicht inkludierte Frühstück, welches uns mit 15 USD für das nicht besondere Buffet abschreckte. Naja ihr kennt das, dann lieber das 7-Beer-is-a-meal Programm J Nachdem das Strand- und Poolprogramm absolviert war, führte es uns zu Rick’s Cafe. Dies ist eine allseits angepriesene große Bar, welche an Klippen gelegen ist. Bei Ankunft stellten wir fest, dass hier tatsächlich Leute sogar in Bussen vorgefahren werden, umso mehr waren wir gespannt, ob die Erwartungen erfüllt werden. Zumindest tagsüber wurde kein Eintritt fällig. Es ertönte die typische Reggaeton-Musik von einer Bühne mit DJ und dazu tanzten einige leichtbekleidete Tänzerinnen. Immer mal wieder wurden Leute auf die Tanzfläche geholt und  mit eingebunden. Malte ließ es sich nicht nehmen und legte eine allseits bestaunte Tanzeinlage mit den Girls hin und verschaffte sich somit umgehend ein gebührendes Standing. Großes Kino! Voller grinsender Gesichter schritten wir zur Bar, um uns die ersten Pilsetten zu ordern, jedoch hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Bei Preisen ab 6 Dollar für ein Bier zögerten wir, da ja bekanntlich ein Bier nur ein Tropfen aufn heißen Stein ist. Nach etwas rumhängen und erfreuen an den teils durchgeknallten Einheimischen und Touris, traten wir den Rückweg an, welcher durch einen heftigen Regenschauer zeitweise eine Bierpause verursachte. Nach erschwerter Essensaufnahme und ging es am Abend, Timing sei Dank, zum wöchentlichen All-u-can-drink Abend im Jungle Night Club. Hier gab es Flüssiges in den gewohnten Mengen und wie wir im weiteren Verlauf verstellen mussten, auch das äußert seltene gezapfte Bier. Nachdem alle auf Pegel waren und Malte und ich auch schon in eine tiefe Denkphase eingetauchten, ging es irgendwann die paar hundert Meter per Taxi heimwärts. Diesen Spot kann man definitiv weiterempfehlen, ein guter Mix aus Touristen und Einheimischen mit passender Musik.

 

Am nächsten Morgen in entsprechendem Zustand erwacht, sollte heute wieder etwas gehaltsvolleres Tagesprogramm folgen. Auf dem Programmzettel standen ein abgelegener und daher wenig touristischer Wasserfall und das sogenannte Blue Whole, eine tiefes Felsloch in dem man schwimmen kann. Unser Weg führte uns über unasphaltierte Straßen durch kleine Dorfschaften weiter ins Landessinnere. Nach einigem Nachfragen ging es mit unserem Auto immer weiter einen dicht bewaldeten Berg hinauf, während das Wetter zunehmend schlechter wurde und wir irgendwann uns nicht mehr in Lage sahen, die mit Regenwasser gefüllte Schlaglochpiste ohne Großbeschädigung des Mietwagens schaffen zu können. Wieder unten angekommen, sagte uns ein Jamaikaner, dass wir einen anderen Weg nehmen müssten und bei diesem Wetter, er uns von unserem Ausflugsziel bei den Wetterverhältnissen eher abrate. Somit hatte sich trotz aller Mühen dies für uns erledigt und wir suchten das Blue Whole auf. Die letzten hundert Meter liefen wir zu Fuß und entdeckten eine Anlage, die auch einem lokalen Drogenpaten gehören könnte. Das Schild am Einlass verriet 10 USD Eintritt, konnte allerdings aufgrund 0 Personal dort gewohnt ignoriert werden. Wir waren verwundert, dass hier anscheinend eine ganze Hotelanlage, samt Trampolinplatz, um dieses Loch herum gebaut wurde. Das Loch selbst war vll 15-20m tief, wirklich nichts Spektakuläres. Spektakulär hingegen war der Preis, den man für dieses Badeerlebnis zahlen sollte. Über 20USD wurden hier für 15 Minuten aufgerufen, längere Dauer entsprechend teuer. Somit war auch hier die Angelegenheit schneller als erhofft geregelt. Nach Ankunft im Hotel, hieß es die weiteren Bars in Hotelnähe und am Strand auf Tauglichkeit zu prüfen.  Auf dem Weg begegneten uns hier wieder massig Grasanbieter, die uns Ihre beste Waren verkauften wollten. Als erstes kehrten wir in eine augenscheinliche Backpacker-Bar ein. Dies ist mit vor allem durch die dort stattfindenden Bauarbeiten am Dach in Erinnerung geblieben. Wo wir grad beim Thema sind: Auch gilt die typische Vorgehensweise 1-2 Leute arbeiten, min. 3 Leute unterstützen durch zusehen. Entlang des Strands von Negril finden sich etliche Bars und chicke Hotelunterkünfte wieder, jedoch waren dieses augenscheinlich, wenn überhaupt, nur spärlich besucht. So konnten wir uns nicht einigen und ließen uns zunächst in einem kleinen Restaurant für Einheimische entlang der Hauptstraße nieder. Hier gab es abermals das typische und leckere Chicken mit Reis und etwas Gemüse. Rumcola und Bierpreis waren gut. Kollege Finn jedoch hatte zu kämpfen und wurde zeitweise schwarz vor Augen. Da kein Taxi zu kriegen war, musste eine Flasche Wasser zunächst genügen. Den restlichen Abend verbrachten wir in einer kleinen Bar in Strandnähe, welches uns schon vorher durch ein paar freizügige Damen, guter Musik und Einheimischen aufgefallen war. Kurz nach Ankunft waren wir schon bestens integriert worden und die Barkeeperin zeigte uns ein paar Arschwackel-Videos von sich auf Ihrem Handy. Wir befanden das für gut und so gab es auch gleich eine ordentliche Kostprobe für den Kollegen Willy, welcher sich am besten als Lapdance/Bootyshake bezeichnen lässt. Es wurde ein erneut ein feuchtfröhlicher Abend, der für mich zu den besten der Tour gehörte.

 

Für den vierten Tag unserer Reise stand die Fahrt nach Treasure Beach an der Südküste der Insel an, wobei auf dem 100km langen Weg noch Station in Black River gemacht werden sollte und wurde. Black River ist für seine Krokodilbootstouren und auch die nur per Boot zu erreichende Pelikan-Bar einige km vor der Küste bekannt. Auf dem Weg passierte Kollege Willy (doch beinahe) ein fataler Fahrfehler. So ignorierte er bei einsetzendem Starkregen den Verlauf der Straße, so dass wir von dieser abkamen und unser Auto bei 40km/h mit unschönen Geräuschen auf die auf die 30-40cm Hohe Fahrbahnkante aufsetzte. Nach kurzem Schockmoment, versuchten wir von der Stelle zu kommen, doch es klappte nicht. Einige Dorfbewohner kamen dazu und man entschied, das Auto anzuschieben und in deutlicher Schräglage weiter entlang der Kante zu fahren, bis diese aufhört und man zurück auf die Straße kann.  Dies glückte uns und zudem stellten wir fest, dass ein Video die Action festgehalten hatte J Heil in Black River angekommen, stellten wir unser Auto auf gut Glück einfach mal zentral ab und liefen zum größten Anbieter für solche Touren, welcher uns durch seine Zentrale optisch auffiel. Hier jedoch erschienen sowohl die Verkäuferinnen als auch der aufgerufene Preis nicht besonders sympathisch, so dass wir uns einen weiteren Anbieter gegenüber vom Fluss ansahen. Der Vermieter Mr.Teddy wurde geholt und wir erblickten den durchgeknalltesten Rastafari dieser Tour. Der absoluter Freak, gut bei seinem Drogenkonsum wäre alles andere auch wiederum freakig, aber was der alles vom Stapel ließ, war anstrengend aber gefiel J. Also hier mal eindringlicher gefeilscht und sich die nötige Zeit genommen (am Ende weniger als 20€ p.P. mein ich), konnten wir mit einigen Versorgungsbier die Bootstour beginnen lassen. Direkt führte uns der Weg wieder zur gegenüberliegenden Seite, wo wir ein ausgewachsene Krokodil, regungslos und auf Lauer, sahen und auf weniger als 2m heranfuhren. Ich war mehr als überrascht, dass wir diese Risiko gingen, aber Rastafari Teddy sagte, er kenne es seit langem und es würde nix tun, aja.. Tim war der felstenfesten Überzeugung es würde sich ja eh nur um ein Model bzw. Roboter handeln und wir sollen uns keine Sorgen machen. Nach 10 Minuten waren wir uns immer noch nicht sicher, doch irgendwann zeigten die sich bewegenden Augen und der Rachen, dass es echt sein muss. Das wär echt gefährlich, aber gut wer eine Krokodiltour bucht .. Durch die Mongroven ging es Fluss weiter hinein und wir bekamen weitere Krokodile aus (zu) naher Entfernung zu sehen. Rastafari wusste natürlich auch wie man die Krokodile noch etwas scharf macht und in Bewegung versetzt. Entlang eines Baumes schrie Alex dann plötzlich: Riesen Spinne am Baum!! Da ich nah am Baum war, ging ich fix auf die andere Bootseite, so dass das Boot gut schwankte. Natürlich war es keine Spinne, die rot und im Seitwärtsgang den Baum erklomm, sondern eine Krabbe J Im Highspeedmodus ging es dann den Fluss entlang zurück zum Meer und in ca. 20-30 weiteren Minuten zur Pelikan-Bar, welche gut gefüllt mit Touris uns erwartete. Leider mangelte es an guter und lauter Musik und coolen Leuten dort, so dass die Bar absolut nicht vor Spaß und Party trotze. Unser Rastafari haute zur Verwunderung auch noch ab und so waren wir dort nun auf der Bretterbar umgeben von Wasser. Kurz vorm Horizont drehte er um und so kamen wir dann vor dem aufziehenden Sturm und Regen noch zurück nach Black River, wo es noch einmal in die Mangroven zu Croco und Co. ging. Um eine spannende Erfahrung reicher ging es dann mit dem Auto nach Treasure Beach, welches als verschlafendes, cooles Nest von Malte recherchiert wurde. Dies war es dann auch. Wir hatten uns für das Katamah Beachfront Guesthouse entschieden, welches uns bei Ankunft mit einem Fort-ähnlichen Holzzaun ,,begrüßte‘‘. Von Ihnen zeigte sich die Anlage als wirklich guter Treffer. Wir waren  in einer Bungalow-Hütte und in zwei Zelten untergebracht, welche jeweils Doppelbetten vorweisen konnten. Es gab eine Dachterrasse, jedoch waren hier die Mücken besonders blutdurstig. Der Sandstrand war hier sehr dunkel. Beim Schnorcheln konnte ich hier leider fast keine Fische finden. Zum Abendessen fiel unsere Wahl auf ein Restaurant, welches einen guten Burger zu einem fairen Preis anbot. Da die Bars am Platze uns nicht wirklich überzeugten, deckten wir uns für den anschließenden Umtrunk im Supermarkt ein und so endete der Tag bei eigener Musik, Rum/Wodka und Bier in der Unterkunft, jedoch leider aufgrund kaum anderer Gäste unter uns.

 

Tag Nummero Fünf begann ohne Frühstück in der Unterkunft mit dem Ziel Kingston, die Hauptstadt von Jamaika. Einiges hatte man im Vorfeld gehört und so hatten auch wieder guten Respekt vor dieser Stadt mit Ihrer oft genannten Kriminalität. Die Strecke bestand zum Großteil aus einer Autobahn, welche zwar eine Maut verlangt, diese aber wirklich sehr gering ausfällt. Der Autobahn war nur gering befahren und so erfolgte die Fahrt bis zur Stadtgrenze von Kingston problemlos. In Kingston selbst, bekamen wir dann den hiesigen Verkehr zu spüren. Dieses ist dort wirklich enorm, so dass man darauf achten sollte, wann man losfährt und ob das Auto/Taxi die beste Variante darstellt. Zudem ist hier das Scheibenputzen an Kreuzungen weit verbreitet und sich dem zu entziehen ist nicht einfach J Wir hatten uns in die Unterkunft Eventuality B&B New Kingston nahe der Spanischen Botschaft eingebucht. Dieses gibt es noch nicht allzu lang und hat sich als einfach aber gut herausgestellt. Wir konnten unser Fahrzeug sicher parken und so ging es per Pedes zunächst zum Devon House. Dieses ist die ehemalige Residenz des ersten schwarzen Millionärs Jamaicas du wurde 1881 errichtet. Optisch sicherlich eine Stippvisite wert, das reicht dann aber auch fanden wir. Als nächstes ging es zum Bob Marley Museum. Hier waren wir allerdings fast die einzigen Touris und der Eintrittspreis schreckte uns auch hier ab. Per Taxi sollte es zurückgehen, jedoch war es unmöglich eines zu bekommen, da jetzt in der Rush-Hour alle belegt waren. Nach einem anstrengenden Marsch bei 30°Celsius suchten wir einen Park auf, welcher viele Jogger anzog. Eine Bar oder gar einen Biergarten J gab es hier leider nicht, so zogen wir weiter und landeten bei einem Friseurladen. Ich hatte eh vorgehabt mit hier einen jamaikanischen Schnitt verpassen zu lassen und so wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Passender Weise konnte der Friseur auch gleich seinen Schwarz-Rot-Goldene Umhang verwenden. Der Haarschnitt war dann ungewollt ein ganz besonderer: Zunächst beschäftigte sich der Scherenlord rund 45 Minuten mittels Rasierer nur mit Nacken und Seiten, was mich dann auch irgendwann um meine Geduld brachte und nach drängen schaffte er es in weiteren 15 Minuten dann auch, mit der Schere noch die restliche Frisur fertigzustellen. Die Kollegen hatten sich zeitgleich mit Red Stripe eingedeckt und so hatte man eine witzige Konversation mit dem Personal, welche ab der Aussage eines Stammkunden zum Thema Hitler abruppt endete. Für 8 inkl. etwas Trinkgeld war die Nummer Friseurbesuch im Reggaestaat dann auch erledigt und joggend ging es in den Großsupermarkt, um sich hier mit den nötigen Prozenten für den Abend einzudecken. Dieser wurde zunächst in der Unterkunft eingeläutet, wo wir uns auch über die nahegelegenen Bar und Club-optionen informierten. Ich persönlich verspürte keinen allzu großen Drang, hier das Nachleben zu erkunden, da ich a) uns kenne und b) die Sicherheit in der Nacht ein Problem sein kann, je nachdem wo man so landet. Zu späterer Stunde zog es uns doch noch in einen fußläufig entfernten Laden, welcher allerdings schon wieder geschlossen hatte. Somit erklärten wir den Tag für beendet und tankten Energie für neue Taten.

 

 Am nächsten Morgen gab es zur aller Freude Frühstück in der Unterkunft. Allerdings viel dieses nicht besonders üppig aus sondern bestand aus ein, zwei Scheiben Toast sowie etwas Rührei und Tee. Glücklicherweise ohne zu sehr in den Stau zu kommen, rollte unser Auto an diesem Tag nach Ocho Rios, an der Nordküste der Insel. Dieser Ort ist für seine Partys bekannt und zudem aufgrund des dortigen gut zugänglichen Wasserfalls ein Haltestopp für Karibikkreuzfahrten. Eingebucht hatten wir uns hier in das Reggea Hostel, welches auch Doppel bzw. Dreierzimmer hat. Diese können leider nur einen Ventilator vorweisen, so dass es nicht für alle ausreichend Klimatisierung in der Nacht gab.

 

Zunächst machten wir uns mit Wegbier zu Fuß auf zu den zu den Wasserfällen, was sich im Endeffekt doch ganz gut gezogen hat. Man hat die Möglichkeit an der Mündung des Flusses ins Meer einen ersten Wasserfall zu sehen und diesen hoch zu klettern. Ein netter Spot zum Verweilen und das im Gegensatz zu den touristisch sehr überlaufenden Hauptwasserfall auch gratis. Für diesen wird hingegen 21USD verlangt, was natürlich maßlos überzogen ist für so etwas. Da ich durch meine Island Reise und auch die Iguacu-Wasserfälle an der Brasilanisch-Argentinischen-Grenze mein Wasserfall-Konto als gut gedeckt betrachte, war ich ohnehin nicht so scharf darauf diese hier nun unbedingt sehen zu müssen. Die vier anderen waren auch nicht bereit den Preis zu zahlen und so ging es im schnellen Schritt durch den Ausgang an einer Sicherheitsdame vorbei, welche erst bei mir als letzten der Reihe aufmerksam wurde und so blieb mir der Zutritt versagt. Die anderen kamen dann nach ner halben Stunde zurück und naja es war wohl okay für umsonst. Per Taxi ging es dann die ca. 3km zurück, um den Strand bei unserer Unterkunft zu testen. Dieser war wirklich super schön und gepflegt, so dass man hier die 3 USD Eintritt ggf. sogar wirklich für den Strand einsetzt. Schnorchel war auch hier leider nicht so ertragreich, nur im Bereich der Bojen gab es größere Ansammlungen von Fischen zu sehen. Nachdem auch das Kreuzfahrtschiff abgelegt hatte, war der Blick aufs Meer wieder ungetrübt und wir ruhten uns aus, schließlich stand am Ende Willys 30. Geburtstag an. Nach einem Einkauf im Großsupermarkt tranken wir zunächst auf dem Hosteldach vor, bevor wir uns dann zu Fuß in Richtung eines Clubs machten. Dieser konnte allerdings nicht überzeugen und untern der größtenteils Einheimischen schienen auch ein paar weniger uns freundliche dabei zu sein. So entschieden wir uns für eine kleine Straßenbar in der zwar auch einige Spinner waren, wir aber gut mit allen auskamen und mit extrem starken RumCola-Mischen versorgt wurden. Das Unheil nahm seinen Lauf und irgendwann muss es zurück ins Hostel gegangen sein, schließlich wachten wir dort am nächsten Morgen auf J.

 

Der vorletzte Tag unserer Reise war somit angebrochen und nachdem wir uns wieder bewegen konnten, stellte ich fest, das Malte und Finn auch schon wieder am Strand zum morgendlichen Schwimmen gewesen waren, Respekt! Als ein fahrfähiger Zustand erreicht war, sollte es zu einer Grasplantage gehen, um sich die Herkunft des grünen Samts hier einmal genauer anzusehen. Dazu hatten wir tags zuvor einen Ausflug bei einem Typen am Strand mündlich vereinbart. Nach einigen hin und her klappte alles uns wir erreichten, die auf einem Hügel gelegene Farm zum Preis von umgerechnet 20 USD pro Nase. Uns wurde gezeigt wie die Pflanzen nach ,,System‘‘ angebaut werden und es gab selbstredend unterschiedliches Verkostungsmaterial J Angeheitert düsten wir anschließend mit dem Auto nach Montego Bay. Hier hatten wir uns diesmal in Tobys Resort eingebucht, welches zwei Pools hat, jedoch aufgrund von Renovierungsarbeiten nur einer geöffnet war. Zimmer waren gut, nur auch hier war Frühstück nur gegen Aufpreis möglich. Zu Fuß machten wir uns zum einige hundert Meter entfernten Dead End Beach auf, welcher seiner Namen daher hat, dass er direkt an der Landepiste des Internationalen Flughafens liegt und somit hier regelmäßig die unterschiedlichsten Flugzeuge ganz tief zu begutachten sind. Ein Traum für jeden Planespotter sicherlich. Da es nur ein sehr kleiner Strand ist, liegt hier der Fokus eher aufs Schwimmen bzw. sollte unbedingt aufs Schnorcheln gelegt werden. Eine erstaunliche Artenvielfalt fand sich hier in unmittelbarer Ufernähe wieder. Sogar einen Feuerfisch und 3 kleine Steinfische konnte gesehen werden, allerdings wurde aufgrund der Giftigkeit dieser Tiere schnell etwas kehrt von Ihren Verstecken gemacht J Am Strand kamen wir mit Daddy Cool ins Gespräch. Ein dauerbekiffter Lebemann, der angab seinen Geburtstag einen Monat lang hier am Strand zu feiern. Wir denken, er weiß gar nicht was für ein Monat aktuell war J Aufjedenfall hat er es gut getroffen hier. Abendessen gab es vom Riesengrill in einem uns empfohlenen Restaurant. Einfach und sau lecker waren Chicken mit Reis und Gemüse wieder. Den Abend verbrachten wir komplett in einer kleinen Bar (Sunset Bar) direkt an der Partystraße. Mit der Wirtin ergab sich eine gute Unterhaltung und so orderten wir fröhlich Runde für Runde. Auf dem Rückweg waren wir dann diesmal nicht Ziel der örtlichen Drogenhändler sondern kontaktfreudiger Damen. Eine besonders Anhängliche bot uns als letzten Joker sogar eine Gruppenvergewaltigung gegen 200USD an. Wenn man für eine Vergewaltigung zahlt, ist es dann überhaupt eine Vergewaltigung? Mit dieser Frage gingen wir natürlich ohne Dame in unser Hotel und erklärten den 7 trinkfreudigen Tag in Folge für beendet. Perfekte Woche!

 

Für den Abflugtag hatten wir uns überlegt, noch unsere Visitenkarte in der Stadt abzugeben. So ging mit dem Mietwagen in das Stadtzentrum von Montego Bay, wo noch ein paar Sprühdosen den Besitzer wechselten. Malte und Finn nutzen die letzte Zeit noch, um sich etwas hier umzusehen, wir hingegen fuhren zum Dead End Beach und hinterließen neben der dort gesprühten Jamaika-Flagge ein eigenes Bild. Die Locals am Strand waren interessiert und fanden’s gut, so dass noch das ein oder andere Erinnerungsfoto zusammen geschossen wurde. Nachdem man noch ein paar Flieger im Landeanflug bestaunte, ging es zurück zum Hotel, wo man seine 7 Sachen packte und zu einem Großsupermarkt nahe dem Stadtzentrum aufbrach. Etwas Essen und sonstiges Proviant besorgt, wurde in der nahe des örtlichen Fußballstadions gelegenen edel Sportsbar Mosino versucht, das BVB-Spiel zu gucken. Aufgrund des Freitagsspiel und unserer Internetrecherche standen sie Chancen gut, aber der Sender konnte nicht gezeigt werden. So entschieden wir uns, den Mietwagen zurück zum Verleiher zu bringen. Dort wurden wir an unseren Chauffeur zurück zum Flughafen auch direkt unser verbliebenes Gras los. Da der Fahrer aber jamaikatypisch immer schon was zuvor geraucht hat, fuhr er mit dem Bulli des Verleihers rückwärts gegen sein eigenes Auto J Kurzer Blick, kein Problem und ab zum Airport. Der Flughafen selbst ist in Ordnung, aber weitestgehend unspektakulär. Leider sind im Foodcourt alle Sachen extrem teuer, daher die Empfehlung hier besonders darauf zu achten, etwas mit reinzunehmen. Pünktlich hob der Eurowings-Flieger wieder gen Heimat ab, welche mich zum ersten Mal mit ordentlich Jetlag für die nächsten 1-2 Tage begrüßen sollte.

 

Fazit: Eine abenteuerreiche und sehr authentische Reise, da wir die Insel weitaus untouristischer antraffen, als wir erwartet hatten. Zwar bietet Jamaika nicht die super Sehenswürdigkeiten, davor aber ein ganz besonderes Flair, schöne Natur & Strände und ganz viele Reggae-Originale, wie es sie fast nur hier, im Karibikstaat des Weeds, geben kann. Bob Marley Erbe ist übrigens optisch gar nicht allgegenwärtig dort anzutreffen wie man denkt. Eine Reise für 7- 10 Tage eignet sich gut, um mittels Mietwagen vieles zu sehen und zu erleben J