Reisebericht Jordanien

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Von Mai bis Juli 2015 verbrachte ich ein Praktikum in Amman in Jordanien. Keine 5 Flugstunden finden man hier den Mittlern Osten eine andere Welt

Alle IAESTE Praktikanten, die in Amman ihr Praktikum verrichteten, waren in der Parodie einen Hotels, dem SANROCK international Hotel untergebracht. In Hochzeiten wohnten wir dort mit 39 Studenten aus einer Vielzahl von Ländern und verschiedensten Fachbereichen. Dies sorgte, zusammengeschweißt durch dasselbe Schicksal, für eine sehr interessante, spannende und sehr abwechslungsreiche Atmosphäre.

Obwohl ich vor allem die Wochenenden, die hier aus dem Freitag und dem Samstag bestehen, sowie die freien Tagen am Ende meines Praktikums nutzte, um dieses phantastische Land zu erkunden, lag mein Lebensmittelpunkt in Amman. Die jordanische Hauptstadt ist in den letzten 30 Jahren stark gewachsen und beheimatet nun knapp 4 Millionen Einwohner, bestehend aus Jordaniern und Palästinensern. Fortbewegen tut man sich hier am besten zu Fuß oder mit einem der unzähligen Taxis, die den Stadtdschungel durchstreifen. Die Taxifahrten sind in der Regel sehr günstig, man sollte sich jedoch nicht auf einen festen Preis einlassen, sondern auf eine Fahrt mit dem Taximeter (arabisch „atat“) bestehen. Ein großes Problem bei der Fahrt in Taxis ist, neben der Sprachbarriere, dass die Fahrer nahezu keine Straßennamen oder Orte kennen und erwarten dorthin dirigiert zu werden. Die meisten Teile der weißen Stadt sind kaum älter als 40 Jahre, im Center befindet sich jedoch eine kleine arabische Altstadt sowie römische Ruinen, ein Amphitheater und auf einem Hügel die alte Zitadelle und der Herkulestempel. Hier finden sich auch Läden und sehr gute und preiswerte Restaurants und Imbisse.Neben diesem traditionellen Gesicht verfügt Amman jedoch noch über ein modernes, westliches Gesicht. Abdahli, ein Stadtteil, verfügt über teure Hotels, Cafes, Läden und Shoppingcenter, allerdings empfiehlt sich hier ein voller Geldbeutel.

Die meisten, großen und berühmten Sehenswürdigkeiten in Jordanien, wie zum Beispiel die Felsenstadt , in der ich Tage verbringen könnte, die schöne Wüste Wadi Rum oder Aqaba am Rotem Meer liegen einige Stunden von Amman entfernt. Aber auch in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt finden sich tolle Sachen. Viele lassen sich bequem mit einem Jetbus oder Mietwagen erreichen. Hierzu gehört Jerasch, eine Kleinstadt nördlich von Amman, welche mit gut erhaltenen und umfangreichen römischen Ruinen aufwartet, aber abseits der Touristenströme liegt.Im Nordwesten liegt das Tote Meer, der tiefste Punkt der Erde; sowohl am Tag als auch in der Nacht ist dieses eine Reise wert. Das Schwimmen im Toten Meer gleicht bei Nacht fast dem Weltall; man fühlt sich schwerelos und ist umgeben von Lichtern. Wenn man schon mal da ist, sollte man auf Grund kleiner Blessuren nach dem Schwimmen Wadi Mudschi besuchen. Ein kleiner Grand Canyon mit einem schnellfließenden Bach, durch den man bis zu einem ca. 25 Meter hohen Wasserfall schwimmen, waten und klettern kann.

Im Süden findet sich Madaba eine oft angepriesene Stadt, welche meiner Meinung nach jedoch nur etwas für eingefleischte Mosaikfans ist. Mount Nebu weist neben seiner spirituellen Bedeutung einen tollen Blick bis nach Amman, dem Toten Meer und sogar nach Israel und Palästina auf. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man bei einem Praktikum in Jordanien meist nicht von einem Berg von Arbeit erschlagen wird, mit ein wenig Selbstinitiative bekommt man jedoch das Gefühl wirklich etwas bewegen zu können. Es bleibt genügend Zeit, dieses abwechslungsreiche Land und diese interessante und exotische Kultur kennenzulernen. Wenn man mit offenen Augen durch das Land geht, fällt es schwer, nicht über etwas Historisches oder auf andere Weise Interessantes zu stolpern oder über Müll, der hier überall rumliegt. Die Jordanier sind schon fast auf aufdringliche Weise gastfreundlich und hilfsbereit. Ich würde hier doch eher keine Einladung abschlagen, da diese meist sehr spannend, wenn auch etwas unberechenbar sind. Jordanien als Land ist absolut eine Reise wert und ich habe mich zu jeder Zeit sicher und behütet gefühlt.

Bei Fragen oder Bedenken wendet euch doch einfach an mich Smile