long dream comes true - Peking, Vietnam & Philippinen

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Nach der letzten genialen Reise durch vier Länder Südamerikas stand für Niklas und mich fest, dass der nächste große Trip uns erneut nach Südost-Asien führen sollte. So fokussierte ich mich auf zwei, aus meiner Sicht sehr spannende Länder, Vietnam und die Philippinen. Bei Air China wurde man mit dem Gabelflug Düsseldorf-Peking-Ho Chi Minh und Return Manila- Peking- Frankfurt
für 540€ fündig. Aufgrund der Gabel ein durchaus attraktiver Kurs im deutschen Winter und inklusive eines Tagesstops in Peking eine runde Sache.

Zum Tourstart am 30.12. begann das erste Kuriosum bereits im Düsseldorfer Flughafen. Der Air China Check-In Dame musste man zunächst erklären, in welchem Land denn Ho Chi Minh liegt, worauf sie uns aufforderte unser Visum für Vietnam vorzulegen. Wir informierten, dass wir für einen Aufenthalt von max. 15 Tage keines benötigen. Nach einigem hin und her und Austausch mit Ihren Kollegen klappte alles dann doch. Unsere Rucksäcke mussten wir komischerweise als Sondergepäck abgeben. Ist ein Rucksack so etwas Besonderes? Der Flug gestaltete sich völlig okay bei Entertainment System und dem ein oder anderem China-Bier, welches sogar mundete. In Peking um 5 Uhr Ortszeit angekommen, hieß es nun in den insgesamt 15 Stunden bis zum Weiterflug das Maximale rauszuholen. Ziel: Die verbotene Stadt und die chinesische Mauer. Letztere befindet sich rund 70 km außerhalb von Peking.

Die Einreise nach China gestaltete sich äußerst nervig und undurchsichtig, befand sich doch die wichtige Schlange für den 72 Stunden Visa Stempel an einer für uns nicht einsehbaren Stelle. Nach insgesamt 2,5 Stunden waren wir durch die Einreisekontrolle. Nachdem aus dem Nichts ein zwei sekündiger Drogen- oder Sprengstofftest fast ohne unser Bemerken stattfand, ging es per Schnellbahn in das Zentrum, wo in die Ubahn umgestiegen wurde. Gut, dass man sich im Vorfeld doch einmal über das Wetter informiert hatte, die Temperatur lag nämlich nur bei um die 0° Celsius. Das Metrosystem war dank farbiger Linien und englischer Schrift als Ergänzung zur chinesischen relativ verständlich. Im Eingangsareal der Verbotenen Stadt herrschte Volksfeststimmung. Tausende Besucher wollten sich mit uns die imposante Architektur der Verbotenen Stadt ansehen. Eintritt lag bei etwa 5 Euro und konnten in einer Ticketbude am inneren Eingang erstanden werden. Allerdings nur für ausländische Besucher wie es schien. Insgesamt benötigten wir rund 1,5 Stunden um uns die meisten zugänglichen Teile der verbotenen Stadt im zügigen Tempo anzusehen.

So weit so gut, jetzt Stand die größere Challenge an. Um zur chinesischen Mauer zu gelangen gibt es verschiedene Transportmittel. Bus, Zug, Minivan und Taxi standen zur Wahl. Im Vorfeld schien für uns, die Zugfahrt von einem der drei Großbahnhöfe die beste Wahl zu sein. Dies war jedoch eine Herkulesaufgabe, da von dem im Vorfeld genannten Bahnhof kein Zug fuhr und auch die Busse von diesem nicht auffindbar waren. Also zu einem anderen Bahnhof der uns genannt wurde. Hier wieder viel Chaos, fuhr doch vom richtigen Halt kein Bus (mehr). Die Taximafia warb immer wieder Leute an und füllte somit gut die Taschen. Als wir nach einer Stunde keine Option mehr ausmachen konnten, rief und ein Taxiboy und lud uns zu einem Pärchen hinzu, so dass wir für 10 Dollar pro Nase den Weg zur Mauer abspulten. Sein Extramoney für Speed machte sich bezahlt, so ging es im Rallytempo durch den Normalverkehr. Eintritt für die Mauer betrug nur etwa 3 €. Also hoch da, etwas entlanglaufen, paar Fotos schießen und ordentlich staunen über dieses sensationelle Bauwerk. Die Zeit wurde knapp und der Zug zurück fuhr leider nicht passend, sodass wir erneut auf ein Taxi zurückgriffen. Unseren Fahrer erblickten wir wieder, dieser konnte uns an einen Kumpel vermitteln, welcher uns wieder in einer 4er Kombo zurück in die Hauptstadt brachte. Am Ende musste noch mit 5 Euro der Rechnungsbetrag, aufgrund von fehlender einheimischer Währung, ergänzt werden, was glücklicherweise klappte. Erneut half uns das Glück, da weder der Ticketautomat noch der ATM auf unserer Seite war, sodass eine Frau für uns gegen Euro die Karten zum Flughafen in unserer höchsten Zeitnot besorgte. Am Ende klappte es knapp und wir stiegen ausgepowert mit einem Sicherheitsbier in den Neujahrsflieger ein.

Nach einigen Gratisbier an Bord erreichte man um halb 2 Vietnam. Geldbeschaffung und Taxifahrt folgten. Letztere wurde eine relativ teure Angelegenheit, da die Taximafia diesen besonderen Tag natürlich für sich nutzte. So betrug der Preis trotz Taxameter und Halbierung der Phantasiesummer noch 17 Euro pro Nase. In Vietnam viel Geld. Nachdem man noch bis 7 Uhr die Partystraße beehrte, ging es daher gegen Mittag relativ zäh aus den Federn. Das Programm für den Tag war aber eh locker, galt es doch nur sich etwas die Stadt anzusehen, von der man nichts Besonderes erwartete. Jedoch war dies ein guter Einstieg, um die Rollerlawinen und sonstigen landestypischen Besonderheiten kennenzulernen und sich bei den gut 30°C erst einmal zu akklimatisieren. Da wir aufgrund der Visabeschränkungen, welche uns zum Kauf eines Visas für Vietnam und Kambotscha genötigt hätten, den Weg nach Kambotscha im Vorfeld bereits abhakten, entschlossen wir uns, alternativ zum Mekong Delta zu fahren.

Dies gelang uns am nächsten Tag dann per Bus zum Ort Can Tho, welchen wir aufgrund seiner Lage als interessant und weniger touristisch einschätzten. Vor Ort in der Nähe des Fähranlegers zunächst eine einstündige Bootsfahrt über den Mekong und einige Seitenarme gemacht, folgte am nächsten Tag früh morgens ein 9 stündiger Trip mit einem privaten Fahrer für Niklas und mich, inklusiver einiger mehr oder weniger interessanter Stops. Für unter 20Euro p.P. eine absolut gelungene Tour, um das authentische Mekong Leben einmal zu sehen, dazu traumhaftes Wetter. Abends gab es hier nur ca. 3-4 gut belebte Bars nach westlicher Ausrichtung, war aber ganz in Ordnung und es schmeckte.

Am nächsten Morgen ging es per Bus zurück nach Ho Chi Minh, wo man sich am Bahnhof mit den Fahrscheinen für den Zug gen Norden, genauer nach Da Nang eindeckte und in einem Hostel rund 2 km entfernt eincheckte. Der Zug ging früh morgens, glücklicherweise schaffte man es dennoch sich für den 15 stündigen Trip mit einigen Bier- und Essenvorräten einzudecken. Die Versorgung im Zug war zudem ebenfalls gut. Aus meiner Sicht ist, sofern möglich, der Zug die beste Variante mit wenig Zeit viel von Land und Leuten kennenzulernen. Unser nächstes Wunschziel war die Stadt Hoi An, genauer gesagt die Altstadt dieser, welche zum UNESCO- Weltkulturerbe gehört. Da Hoi An jedoch nicht über einen Bahnhof verfügt, hieß es zunächst in Da Nang, rund eine Stunde nördlich Station zu machen. Ein neu eröffnetes Hostel in Bahnhofsnähe war unsere Herberge. Ein ordentliches Hostel, welches nur durch die 24/7 Weihnachtsmusik in der zweiten Woche nach Weihnachten und einer ausgeprägten Dekoration für sagen wir Irritierung sorgte. Am nächsten Tag ging es per Linienbus nach Hoi An. Dieser Ort erfreut sich bei Backpackern großer Beliebtheit. So sind die Gassen der Altstadt gut frequentiert und hunderte Souveniershops säumen die Straßen. Die Altstadt mit Ihren bunten und historischen Gebäuden ist wirklich hübsch, allerdings war es uns nach einiger Zeit genug des Trubels, so dass es in eine zuvor erspähte Bar ging, die angeblich gezapftes Bier für 17 Cent versprach. Tatsächlich konnte man etliche Bier für diesen Kurs erstehen. Das draft anscheinend als ,,aus der Flasche in das Glas'' übersetzt werden muss, geschenkt bei diesem Angebot. Da der Zug von Da Nang weiter nach Dong Hoi bereits gebucht war, musste es nun unter Zeitdruck fix zurück zum Hostel und von da zum Bahnhof gehen. War am Ende recht knapp, aber es hat gepasst. So ging es nun knapp 10 Stunden durch die Dunkelheit im klimatisierten Speisewagen, der von der großen Bordcrew mehr zu einer Art Partywagon umfunktioniert wurde, gen Norden.

In Dong Hoi kamen wir mitten in der Nacht an und waren froh, dass noch ein Taxifahrer auf den letzten Zug, mit dem wir kamen, wartete. Rund 15 min später trafen wir am Buffalo Hostel ein, welches allerdings mit Rollläden verschlossen war. Unser Klopfen wurde nach einiger Zeit erhört und so konnten wir völlig geschafft ein paar Stunden unsere Augen im Liegen schließen. Am nächsten Morgen wurde man von einem Stromausfall im Hostel überrascht, aber da die Duschen funktionierten, war alles halb so schlimm. Nach dem Frühstück konnte ab der Bushaltestelle am Hostel direkt ein Bus zum Phong Nha Ke Bang- Nationalpark genommen werden. Dieser ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Vietnams. Bereits bei der Anfahrt konnte man die steilen, grünen Karstfelsen sehen. Ein beeindruckendes Bild für uns. In dem kleinen Ort, der als Tor zum Nationalpark fungiert, sind einige Hostels wie z.B. das Easy Tiger Hostel, welches mit Pool, großen Liegenflächen, Tischtennis, Kicker, Beerpong und Fassbier auf den ersten Blick begeistert. Da wir für den Park nur 2 Tage Zeit eingeplant hatten, entschieden wir uns die Zeit möglichst naturnah zu verbringen, sprich im Park selbst zu zelten. Wir suchten eines der vielen Reisebüros aus und wurden für ca. 15 € pro Person fündig. Zunächst ging es per Minivan zur Paradise-Höhle. Da wir ein glückliches Timing hatten, konnte wir diese große, mit einem Weg befestigte Höhle teilweise für uns allein begehen. Im Anschluss ging es weiter zum Botanical Garden, welcher mehrere Wanderwege, einen größeren Wasserfall sowie einige kleine Seen bietet. Hier wurde uns im Vorfeld ein Zeltverleih versprochen. Dies erwies sich allerdings überraschender Weise als Ente. Dieses Problemchen wurde zunächst mal vertagt und so erkundeten Niklas und ich in einem Gewaltmarsch eine erste größere Wanderroute zum Wasserfall. Abends wurde dann auf unser Problem nochmals hingewiesen und wir deuteten an, dass wir uns auch mit den zwei Hängematten für die Nacht zufriedengeben. Jedoch gefiel dies einem der Nachtranger nicht, so dass er uns sein Privatzelt anbot und wir zusagten. Uns stand eine kühle Nacht bevor, doch der Joker Alkohol stand uns leider nicht zur Seite, da der Kühlschrank im Laufe des Tages von anderen Wanderern geleert wurde. So hieß es, nüchtern die Nacht ohne Matratze und Decke durchzustehen. Dies klappte auch einigermaßen. Am folgenden Tag erkundeten wir dann die restlichen Wanderwege, bevor uns pünktlich unser Fahrer abholte und zurück ins Dorf brachte. Nach einem erfrischenden gezapften Tiger im Easy Tiger-Hostel ging es per Minivan, der zum selben Kurs wie der Bus fuhr, zurück nach Dong Hoi. Hier bekamen wir unsere Zugtickets nach Ninh Binh und wenig später ging es auch schon los für weitere 10 Stunden Fahrt. Diese gestalteten sich durch eine gute Versorgung ganz gut und so kamen wir irgendwann, vielleicht so gegen 4 Uhr morgens, in Ning Binh an. Unser Plan sah vor, möglichst direkt weiter nach Ha Long durchzuziehen. Dafür mussten wir ab hier auf den Bus umsteigen. Ein fuchsiger Taxifahrer brachte uns zum nicht allzu weit entfernten Busbahnhof, von dem aus wir ca. 3 Stunden später den Bus nehmen konnten. Tickets konnten mit Öffnen des Schalters gegen 6 Uhr gekauft werden und die Versorgung mittels Kioskstände und einem Restaurant mit leckeren Essen und eiskaltem Bier war gewährleistet. Für die knapp 200 km benötigte der Bus gute 4 Stunden.

Ha-Long empfing uns mit ordentlich Regen. Bereits auf der Fahrt hörten wir von einer entgegenkommenden belgischen Reisetruppe, dass das Wetter in den letzten 1-2 Wochen alles andere als schön in diesem Teil Vietnams gewesen wäre. Von daher Glück gehabt im Süden angefangen zu haben, aber nun auch mit dem Wetter konfrontiert. Wir suchten uns ein Hostel ganz in der Nähe des Boulevards in Ha-Long, an dem riesige Hotelkomplexe, viele Restaurants, ein Freizeitpark samt Achter-und Gondelbahn vor nicht allzu langer Zeit entstanden sein müssen. Da Nebensaison war, hielt sich der Trubel sehr in Grenzen. In unserem Hostel wohnten nur 2-3 andere Gäste. Wir hofften auf eine Besserung des Wetters am nächsten Tag und steuerten drei Reisebüros an, um das Angebot für eine Bootsfahrt durch die Ha-Long-Bucht zu checken. Umfang und Preise sind sehr ähnlich. Im Wesentlichen kann man zwischen einem Eintagestripp oder einer zwei tägigen Reise mit Übernachtung wählen. Wir entschieden uns für die Eintagestour mit Stops an verschiedenen Inseln und Spots inkl. Essen für 25€. Wie sich zeigte, ein absolut gutes Angebot für das was geboten werden sollte. Unseren ersten Abend in Ha-Long verbrachten wir mit anderen Backpackern und Vietnamesen in einer Backpacker-Bar direkt entlang der Boulevard-Straße. Diese konnte durch eine Happy-Hour in der das ohnehin schon sehr günstige Bier nochmal um 50% reduziert wurde begeistern. Wichtig war allerdings: Nur ein Bier bestellen, dann bekommt man zwei. Bestellt man zwei Bier bekommt man nicht etwa 4 sondern, genau 2 Lach . Den Abend feuchtfröhlich mit Kickern gegen Team Denmark und Team Ha-Long verbracht, hieß es am nächsten Morgen schnell aus den Federn zu kommen, stand doch der inkludierte Minivan zum Hafen schon parat.

Also rein zu den Hotelschläfern und ab zu dem ein oder anderen 5*Palast bevor wir am Hafen aufschlugen. Hier war für uns überraschend viel los. Hafen bzw. das Hafenterminal in Ha Long machte einen sehr modernen Eindruck und bietet glaube ich auch Verbindungen nach China an. Unser Boot hatte eine nette Einrichtung und ein schönes Deck mit Liegen. Wir steuerten verschiedene Spots an, teilweise konnte man eine Stunde auf einer Insel verbringen. Zum Mittag wurde u.a. Fisch serviert und es gab reichlich zu essen. Die Frage des Tages wurde vom Guide gestellt: ,,Can I open the fish for you?'' Wir staunten nicht schlecht über diesen Service an Bord. Der Himmel war an diesem Tag weitestgehend bewölkt, aber wir waren froh, keinen Regen erwischt zu haben und das unaufhörliche Karstfelsenpanorama der Ha-Long-Bucht faszinierte uns maximal, so dass es in einem Fotomarathon endete. Bei Sonne muss dieser Ort noch unglaublicher wirken, aber wir waren auch so voll und ganz mit dieser einzigartigen Naturschönheit zufrieden. Nach der ca. 8 stündigen Tour ging es später am Abend wieder zur Happy-Hour, wo wir schon auf der Straße von einem der Besitzer hereingerufen wurden. Wir nutzen noch für einige Zeit das WLAN und dann hieß es auch schon unsere 7 Sachen vom Hostel abzuholen und mit dem zuvor georderten Transport auf in Richtung Hanoi. Der Fahrer ließ jedoch auf sich warten, letzten Endes klappte aber alles und wir wurden irgendwo in Hanoi rausgeworfen.

Ein Hostel hatten wir diesmal noch nicht gebucht, da wir uns vor Ort auf eines festlegen wollten. Die Altstadt von Hanoi begeisterte uns sofort mit ihren Häusern, vielen kleinen Läden, Bars und Menschen. Wie es der Zufall wollte, führte uns unsere Nase geradewegs in ein Partyhostel, wo ein englischer DJ seinen Traum lebte und jeden Tag über 100 Leuten anheizt. Wir kamen im Zenit der Party an, Engländer/innen und Australier/innen am Maximum des Feierns. Glücklicherweise war noch ein Doppelbett frei. Die Hostelparty endete aufgrund der anstehenden Kneipentour bald und wir fragten uns warum laufen, wenn direkt vor der Tür eine Straßenbar mit gezapften Bier für 17 Cent und lauter Leuten schon ist?! Der Abend endete neben allerlei interessanten Travelern und der Suche nach der letzten offenen Bar dann früh morgens im Dorm. Nachdem ich es schaffte noch das für 6 Euro die Nacht inkludierte Frühstück (mit Omelett und zum Tisch gebracht) zu essen, ging es für uns beide Hanoi erkunden. Neben der coolen Altstadt ging es zum Mausoleum, in dem Ho-Chi-Minh begraben ist, sowie zum nahegelegenen Palast. Beides wurde bzw. konnte von außen begutachtet werden. Hanoi gefiel uns insgesamt doch um einiges besser als Ho-Chi-Minh-Stadt, von der eigentlich nur noch die riesige Partystraße mit maximalen Dezibel im Gedächtnis bzw. Ohr geblieben ist. Der zweite und letzte Tag in Hanoi endete erneut in der Straßenbar, welche Tagsüber als Eiscafe fungiert. Hier trafen wir erneut auf Dougie, welcher im selben Hostel wohnte und sich Tag um Tag mit etlichen Heliumballons wegballert. Das Helium war schon stark in seinen Kopf vorgedrungen, aber auch wenn er nicht mehr viel sprach ein netter Jaust. Seine Mutter hatte schon länger nichts mehr von ihm gehört, über seine Facebook-Seite sendete er dann aber doch ein kurzes bin okay auf ihre besorgte Frage. Per Taxi ging es um 23 Uhr zum Flughafen, von dem es um 1 Uhr nachts weiter nach Manila und damit zum letztem Land unserer Trips ging. Für den Transfer stand nur Cebu Pacific zur Auswahl und für etwas mehr als 60 € pro Nase verschliefen wir aufgrund eines guten Pegels den gesamten Flug.

Beim Verlassen des Fliegers empfing uns trotz der frühen Uhrzeit von halb 6 Ortszeit eine stattliche Wärme, die wir uns nach Nordvietnam auch zurück wünschten. Ursprünglich sah unser Plan vor, einen Teil unseres Gepäckes im Flughafen einzulagern. Jedoch kostetet dies für 10 Tage rund 60 Dollar an einem Serviceschalter, so dass wir dann doch verzichteten. Manila gilt ja weltweit als einer der übelsten Städte hinsichtlich des Verkehrs. Wir entschieden uns zunächst mit dem Linienbus für wenige Peso in Richtung des Zentrums zu fahren. An einer Tankstelle sollten wir raus und auf einen anderen Bus umsteigen. Klappte auch und von der nächsten Haltestelle erreichten wir nach 20 Minuten Fußweg und einen Kurzstop im Restaurant mit der goldenen Möwe unser Hostel im Stadtteil Makati. Dieser wurde mir von einer philippinischen Freundin empfohlen und kann neben Hostels, viele Bars vorweisen und gilt als sicher, was man sicherlich nicht von allen Teilen der Stadt behaupten kann, Stichwort Diebe. Nach einer äußerst wohltuenden Dusche galt es zunächst einmal die Umgebung zu checken, ein paar Einkäufe zu tätigen und nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Das Finanzzentrum macht einen sehr modernen Eindruck, Hochhäuser und Malls sind vorhanden. Leider wurden wir kleidungstechnisch nicht fündig. Der Gang aufs Klo wurde in einer Mall zu einer komplizierten Angelegenheit. Das Klopapier muss man an einem Automaten mittels einer Peso-Münze ziehen. Problem: Kleingeld ist Mangelware und von den zig Kassen konnte/wollte nur eine wechseln. Nach 20 Minuten konnte das Thema abgehakt werden, juhu. Den weiteren Nachmittag gestalteten wir uns in einem Park sowie dem Gang zu einem Kostümladen. Wir hofften etwas Besonderes dort finden zu können. Nachdem der Laden dann auch verspätet öffnete, wurden wir leider enttäuscht, da es nur Superhelden und ähnliches gab. Bevor es zurück zum Hostel ging, stoppten wir noch an einer nahegelegenen Sportsbar. Neben gezapften Bier wurde uns eine nette Show geboten. Am Nebentisch fand sich eine philippinische Familie ein. Wenig später wurde ein Engländer im SUV vorgefahren, welcher sich dazu setzte. Angespannt und lautstark wurde die nächsten 30 Minuten über Verantwortung und Unterhaltszahlungen für die gemeinsame Tochter (mit am Tisch) diskutiert. Es fehlte nicht viel und es wäre zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen, krasse Nummer. Ein paar Tische weiter traf sich, wie scheinbar üblich, das TEAM MANILA, welches neben der Shirts durch die 50-70 jährigen Mitglieder auffielen und fest zum Inventar gehörten. Nachdem dann offiziell ins Hostel eingecheckt wurde und man sich gestärkt hatte, verbrachten wir noch etwas Zeit in einer Bar mit nettem Balkon und entspannter Musik, ehe es erneut zum Flughafen ging, um Alex vom Flughafen abzuholen. Dies gestaltete sich zu einer langwierigen Sache, doch nach zwei Stunden warten und etwas telefonieren klappte alles und per Taxi ging es diesmal zum Hostel. Glücklicherweise kamen wir zu der Uhrzeit gut durch und nach 40 Minuten und einer Ehrenrunde des Fahrers waren wir ganz in der Nähe. Eigentlich war es Zeit fürs Bett, aber wir hatten zuvor noch einen Laden, in dem Frauenboxen auf dem Abendprogramm stand, gesehen. Mit Eintritt stellten wir fest, dass das ganze eine Oben-Ohne-Bar/Tanzclub war, in der eventuell auch eine Frau Boxhandschuhe anhat. Nach der Nummer war uns aber nicht und so ging es direkt wieder raus und in die Federn. Bereits 5 Stunden später schellte der Wecker.

Es galt sich zu sputen, galt es doch den Fernbus auf die Insel Mindoro zu bekommen.
Dazu fuhren wir zunächst per Taxi nach Alabang, einer südlich gelegenen Stadt. Am dortigen Busbahnhof konnte uns der kleine Ticketschalter gezeigt werden und mit etwas Verspätung von rund 30 Minuten kam der Bus dann. Unser Ziel war der Ort Sablayan auf der Insel Mindoro in 450 km Entfernung. Insgesamt dauerte die Tour rund 13 Stunden inkl. Fähre und dies gab uns die Möglichkeit, erste Impressionen der Landschaft und der Lebensweise der Philippiner zu gewinnen. Abends am Busbahnhof im Ort Sablayan (Region Sablayan über 80.000 EW) angekommen, brachte uns ein Tricycle, das übliche Taxi (ein Motorrad mit Sozius für 2-3 Personen) zum Hotel Amelie, welches wir vorher rausgesucht hatten und als Budget-Unterkunft diente. Die Besitzerin empfing uns bereits an der Tür und war vorbereitet durch meine philippinische Freundin. Nach Bezug der Doppelzimmer für ca. 7€ pro Person ohne Frühstück, ging es in die nahegelegene Markthalle, um Proviant für unser nächsten Ziel zu kaufen und sich nach den landestypischen Obst-, Gemüse und Fischwaren umzuschauen. Dort trafen wir mehr oder weniger zufällig auf die Dame, die für die Buchung unserer am nächsten Tag geplanten Tour zuständig war. Wir vereinbarten die Anzahl der Mahlzeiten für die Tour und die Köchin sowie die Dame für die Buchungen kauften alles Nötige ein. Die Geldbeschaffung war in Sabalyan alles andere als problemlos. Zwar gibt es 3 ATM's entlang der Hauptstraße, allerdings konnte nur einer Geld für Mastercard-Besitzer am ersten Abend auswerfen. Später im Hotel vereinbarten wir die Tour, es sollte für 1,5 Tage nach Apo Reef gehen. Inkludiert sind dabei neben der Bootsfahrt, eine Schnorcheltour um die Koralleninsel, Übernachtung im Zelt (einige Bungalows befinden sich aktuell im Aufbau) und ein Guide (verpflichtend, da das Gebiet ein Nationalpark ist). Wir zahlten etwas mehr als 70EU pro Person, wobei zu bedenken ist, dass insgesamt 5 Leute als Crew mit uns auf dem Weg waren und benötigt wurden.

Morgens früh ging es zunächst per Tricycle zum Hafen von wo aus wir bei Sonnenaufgang mit unserem Fischerboot (ähnlich einem Katamaran aus Holz) ablegten. Wir hatten recht ruhige See und traumhaftes Wetter und erreichten nach ca. 4 Stunden das Eiland Apo Reef. Zunächst muss man sich dort gegen eine kleinere Gebühr registrieren. Nach den ersten Fotos und Sprüngen ins Meer, ging es mit unserem Boot zum Schnorcheln. Unser Guide kannte sich gut aus und wusste, welche Stellen sich besonders gut zum Bestaunen der Unterwasserwelt eignen. Neben der unzähligen Artenvielfalt an Fischen sahen wir zwei Meeresschildkröten sowie einen kleinen Riffhai (1,5 m). Aufgrund des Windes konnten wir nur einen Teil des intakten Korallenriffs sehen, jedoch reichte das in dieser 1-2 stündigen Schnorchelsession, um uns absolut zu begeistern.

Zurück an Land folgten neben dem landestypischen Essen, ein Gang zu den nahegelegenen Mangroven, einer Bucht und zum Leuchtturm, welcher vor einigen Jahrzehnten von Amerikanern errichtet wurde. Heutzutage befindet sich eine philippinische ,,Militärstation'' ganzjährig auf der Insel, welche allerdings nur aus ein paar Leuten und einem Boot besteht. Im Laufe des Tages kamen größere Reisegruppen, fast ausschließlich Asiaten, ebenfalls auf der Insel an, so dass es zum Abend hin ganz schön voll mit Zelten wurde. Der Sturm nahm weiter zu, so dass wir uns einen windgeschützteren Platz suchen mussten. Am nächsten Morgen waren wir alle ziemlich gerädert und unser Guide teilte uns mit, dass wir aktuell wegen der Wellen nicht ablegen können und auf Besserung warten müssen. Ein zweiter Abend wäre möglich. Gegen Mittag wollte es die Crew aber angehen, der Wind war etwas abgeklungen. Die erste Stunde schien alles in Ordnung, wir trafen auf eine große Gruppe Delphine, die für ca. 10 Minuten unser Boot begleitete. Ein tolles Erlebnis für uns und wie der Guide sagte ,,lucky''. Wenig später kamen wir in 2-3 Meter hohe Wellen, die für ein Fischerboot wie unseres schon zu einer argen Belastung wurden. Wir mussten gegen die Wellen anfahren und hatten den ein oder anderen Schreckmoment, aber unsere Crew schien erfahren und hatte die Lage im Griff. Nach 5 weiteren Stunden erreichten wir endlich Sablayan und waren fix und fertig. Daher entschieden wir uns für eine weitere Nacht im Hotel Emelie. Nach einer wohltuenden Dusche, folgten Nahrungsaufnahme und der erneute Gang zum ATM, welcher heute erfolgreich für alle war. Da an diesem Abend keine Bar gut gefüllt war und ansprechende Musik bot, entschieden wir uns für Biere vom Kiosk um die Ecke (0,6 Red Horse für ca. 1EU) und unsere Hotellobby. Hier kamen einige andere Backpacker hin, so dass sich der Abend kurzweilig gestaltete. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück im Hotel (nicht inkl. aber fair), nutzten wir ein Kleinboot vom Ableger direkt gegenüber, um zur nahegelegenen Insel Pandan bzw. North Padan Island (ca. 15 Minuten Fahrt) überzusetzen. Bevor die Fahrt startete, wurden wir jedoch noch von Journalisten angesprochen, ob wir für das lokale Tourismusbüro nicht noch ein Interview geben könnten. Wir stimmten zu und nachdem der drei minütige Beitrag abgedreht war ging es weiter. Ursprünglich planten wir dort eine Nacht in dem Resort, das von einem Deutschen gegründet und geführt wird, zu schlafen. Allerdings sind solche Kurzaufenthalte nur kurzfristig möglich und unser Zeitplan bot nicht genügend Spielraum, da wir die 2. Nacht im Hotel in Sabalyan nicht eingeplant hatten. War aber alles nicht weiter schlimm, denn so konnten wir die Insel kennenlernen, Schnorcheln (Achtung: Ein Fisch beißt einem gern in den Zeh), Cocktails und Bier trinken und etwas Billard spielen. Auf der Insel stehen etliche Bungalows, die alle einen guten Eindruck machten. Daher verwundert es nicht, dass sich eine kleine Gruppe dort scheinbar für längere Zeit zusammengefunden hat und täglich neue Gäste hinzustoßen. Trotzdem bleibt auf dieser kleinen Insel ein ruhiges, entspanntes Flair bestehen. Wie verabredet holte uns unser Fahrer mit seinem Boot am Nachmittag wieder ab. Niklas versetzte in letzter Minute die Insel noch in Aufruhr, da eine seiner zwei Dokumententaschen lost war. Nach einiger Rennerei und Fragen, befand es sich doch in Obhut der Barkeeperin. Angekommen in Sablayan schnappten wir uns unsere sieben Sachen und fuhren per Tricycle zum Busbahnhof.

Hier erwischten wir den Mini-Bus nach San Jose, 80 km südlich und ebenfalls auf der Insel Mindoro, gerade noch rechtzeitig. Die Fahrt dauerte 1,5-2 Stunden und vom dortigen Busbahnhof ging es erneut per Tricycle zu einem Hotel, bei dem wir auf die Wahl des Fahrers vertrauten. Es stellte sich heraus, dass es ein durchaus gehobenes Hotel war. Da die Möglichkeit bestand zu dritt in einem Zimmer mit großen Betten zu schlafen, ging der Preis mit rund 25 Eu pro Person auch noch in Ordnung. Nach Stärkung in einer philippinischen Konditorei sowie einem einer philippinischen Fast-Food-Kette ging es in eine Karaoke-Bar, welche wir zuvor bereits gehört hatten. Karaoke ist Volkssport in diesem Land und so waren wir von dem dargebotenen der beiden festen Sängerinnen äußerst beeindruckt. Es gab Biertower und Bier auf Eis. Das Publikum konnte Liedwünsche einwerfen, was mich später in die peinliche Situation brachte ,,Aerosmith- I don't wanna miss a thing‘‘ von meinem Platz ins Mikrofon zu ,,singen''. Andere Zuschauer waren da deutlich geübter und brachten erstaunliches Gesangstalent zum Vorschein, Hut ab. Highlight war dennoch ein Techno-Grandmaster der mit einer Vielzahl absolut kranker ,,Tanzmoves'' und verstörenden Zuckungen im Liegen und Yoga Style des Publikum in der Pause zum Lachen brachte. An dieser Stelle ein Dankeschön an seinen Dealer.

Nach dem schnellen Frühstückbuffet am nächsten Morgen, galt es die erste Fähre zur Insel Coron zu erwischen. Am Ticketschalter am Hafen bekamen wir die Info, dass die erste Fähre um ca. 6 Uhr aktuell nicht fährt und wir die planmäßig zweite und langsamere gegen halb 8 nehmen müssten. Da keine Wahl, hieß es also noch etwas Zeit totschlagen im „Hafenterminal'', für das tatsächlich 10 Cent oder so Benutzungsgebühr genommen wurde Lach . Dafür gabs WLAN und mit etwas weiterer Verspätung schipperten wir los. An Bord gab es für fast jede Person eine Liege und so konnte, wer wollte, noch etwas Schlaf nachholen. Die Fähre brauchte dann ungefähr 6 Stunden bis Coron, so dass es bei Ankunft schon Nachmittag wurde. Wir entschieden uns für den Fußweg (30 Min.) vom Hafen zu unserem im Vorfeld gebuchten Unterkunft Casa Montemar, welche für ca. 20€ mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis, Pool und Dachterrasse mit geilem Ausblick bestechen konnte.
Da nur ein Zimmer noch frei war, buchte sich Niklas in einem nahegelegenen Hostel ein, welches wohl ganz okay war, aber zu viele nervige Hähne am nächsten Morgen in der Nachbarschaft hatte. Dafür entschädigte das Bild eines Alpenpanoramas über seinem Bett ihn ein wenig. Nach einem ersten Test des Pools ging es für uns zur Hauptstraße, entlang derer sich viele Restaurants, Bars und Shops angesiedelt haben. Da diese Straße einen heftigen Autoverkehr hat, entschieden wir uns für eine neben unserem Hotel liegende Reggea-Bar, um hier erst einmal anzukommen und den Abend zu beginnen. Diese Bar stellte sich als eine echte Aussteiger- und Hippiebar heraus und konnte mit fairen Preisen und gutem Essen überzeugen. Ein Rastafari bot an, uns am nächsten Morgen zum Reisebüro zu bringen, wo er arbeitet und von wo aus wir einen sehr preisgünstigen Deal für einen Tagestrip zu den Highlights der Coron-Bucht machen konnten. Wir schlugen zu und nach etlichen Getränken und hypnotisierenden Trommelklängen, einer Feuershow und Gesängen ging es spät in der Nacht in die Kojen. Am nächsten Morgen ging es zunächst auf das Hoteldach, um bei Sonnenschein, den weiten Blick über die Bucht von Coron zu genießen und Erinnerungsfotos festzuhalten. Unser neuer Kumpel aus der Bar holte uns wenig später ab und es ging zum Reisebüro von dem aus wir per Pedes die 10 Min zum Bootsableger zurücklegten. Hier konnte man sich bei Bedarf mit allerlei Schmuck und Badeutensilien in Shops und bei fliegenden Händlern eindecken. Unsere Reisegruppe umfasste mit uns ca. 10 Personen. Erster Halt war eine kleine Insel im türkisblauen Wasser, welche wir vor den meisten anderen Booten erreichten. Hier befand sich zugleich ein guter Schnorchelspot, welchen wir zugleich erkundeten. Einfach eine atemberaubende Artenvielfalt die süchtig macht. Weitere Stationen waren eine Lagune, weitere Schnorchelspots u.a. der Coral Garden, eine Insel sowie der berühmte Kayangan Lake. Dieser ist für sein bestechendes Blau bekannt und ca. 30m Tief, wobei die Temperatur zunimmt. Da laut Guide 2016 dort zwei Männer beim Tauchen gestorben sind, gilt für alle Besucher Rettungswestenpflicht. Zunächst läuft man vom Anleger aus ca. 15 Minuten einen Berg hinauf, von wo man einen netten Ausblick über die Bucht hat. Anschließend geht es bergab zum See, welcher aufgrund seiner Bekanntheit von vielen Besuchern frequentiert wurde. Ein tolles Erlebnis, welches bei Sonnenschein sicherlich noch etwas beeindruckender ist. Nach ca. 6 Stunden war der Trip vorbei und wir waren hochzufrieden. Nach etwas komplizierter Geldbeschaffung, da nicht jeder ATM unsere Karte akzeptieren wollte, ging es abends zunächst in eine ,,Skybar'', welche allerdings nicht überzeugen konnte und nach einem Getränk der erneute Gang zur beliebten Reggae-Bar folgte. Hier genossen wir wieder das gute Essen und es folgte ein weiterer feuchtfröhlicher Abend sitzend aufm dem Boden.

Der nächste Morgen wurde zunächst für kleinere Einkäufe in den zahlreichen Shops mit Kleidung und Souveniers genutzt. Unser Tagesziel waren die Sanctuaria Treehouses im Westen der Insel Coron. Am Busbahnhof nahe des Bootablegers hatten wir Glück. Ein Bus der die Ringstraße in Richtung der Baumhäuser fuhr war bereits überfüllt, jedoch konnte uns ein Kleinbus mit Waren in diese Richtung für kleines Geld mitnehmen. Zu den Klängen der philippinischen Version vom Crazy Frog ging es mit den drei Philippinos ordentlich ab, unterbrochen nur von einigen Stops an Bäckereien, um Brötchen aufzukaufen. An einem Resort lieferten wir ein altes Fass ab und nach knapp 2 Stunden erreichten wir die ,,Adresse‘‘ Kilometer 43, Coron. Hier sollte es also sein, unser Baumhaus. Von der Straße aus ging es knapp 10 Minuten in den Dschungel hinein. Vor Ort hatten wir mit einigen Sprachbarrieren zu kämpfen, aber es klappte und wir erwischten zwei gute Unterkünfte, eines mit Blick auf die nahegelegene Bucht. Da wir noch etwas aktiv werden wollten, blieben uns im Wesentlichen zwei Optionen. Es gab einen Wasserfall in ca. 20-30 Minuten Fußweg sowie einen schönen Strand, welcher sich mittels Kajak erreichen lassen sollte. Wir erkundigten uns nach einer Karte zum Wasserfall und erhielten die Antwort, dass uns der Hund der Anlage zum Wasserfall führen könne. Wir waren schon sehr verwundert, aber na gut, alles möglich und ließen uns darauf ein. Zunächst schien es zu funktionieren, der Hund lief stets 30m vor, wartete auf uns und dann beginn das Spiel von vorn.

Am Highway angekommen entschied sich der Dussel allerdings für links und es folgte ein 20 Min Marsch bei über 30°. Nach einem witzigen Intermezzo des Hundes mit einer Ziege, begannen unsere Zweifel sich zu verstärken. Wir trafen auf einige Menschen und tadaaa, wir waren am Highway falsch abgebogen. Schwitzend ging wieder zurück und wir hakten aus Frust das Thema Wasserfall erst einmal ab. Es ging nun zu den Kajaks, welche sich als EIN Kajak entpuppte. Da wir zu dritt nun improvisieren mussten, nahm ich den Platz zwischen den beiden Sitzlöchern ein und los gings. Balance zu halten war äußerst schwierig, so dass Alex nach einigen hundert Metern Panik bekam und wir laaangsam einen Anleger an einem Hotelrestaurant ansteuern mussten. Hier fragten wir nach der Entfernung zum Beach und es hieß, dass dies mindestens eine Stunde dauern würde. Für uns bedeutete das, den Rückweg von dort im Dunkeln anzutreten zu müssen und dies schied somit für uns aus. Nach einigen Pils und etwas schwimmen, entschied sich Alex für den Rückweg zu Fuß und wir steuerten unser Kajak zügig gen Baumhaus. Gerade pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir unsere Unterkunft und konnten so diesen schönen Moment noch festhalten. Wir hofften den Abend noch mit anderen Gästen an der Hotelbar verbringen zu können, jedoch war diese quasi nicht vorhanden und andere Gäste rar. Wir erkundigten uns nach den Kosten für den Transfer zum Flughafen Busuanga am nächsten Tag. Es gab die Wahl zw. Tricycle und Minivan, wobei beides mit 30-40 € verhältnismäßig viel war. Wir entschlossen uns zunächst erneut das Hostelrestaurant am Anleger aufzusuchen, um dort den weiteren Abend zu verbringen. Hier kamen wir mit einem Pärchen aus Schottland ins Gespräch, mit dem wir den Abend amüsant verbrachten. Ich prüfte Alternativen für den anstehenden Transfer, doch keine bessere bot sich, so dass wir auf das Angebot in unserer Anlage eingingen und den Fahrer für 5 Uhr bestellten.

Nach einer kurzen Nacht, standen wir dann abreisefertig zur vereinbarten Zeit am Highway, aber ein Tricycle ließ auf sich warten. Nach 15 Minuten wurde es ernst und wir entschieden, in Richtung des Restaurants zu gehen, wo wir auf Hilfe hofften. Am Kiosk waren schon ein paar Leute und uns wurde mitgeteilt, dass man uns für 42€ fahren könne. In diesem Moment kam ein schwarzer Van, welchen wir anhielten und ebenfalls ansprachen. Dieser fuhr zunächst in eine andere Stadt, um einen Gast aufzusammeln bevor es zum Flughafen gehen sollte. Der Typ vom Kisok machte dem Fahrer allerdings klar, dass er zu spät käme und er bereits den Deal selbst gemacht habe. So hieß es für uns zunächst warten, bis dieser seinen alten Sportwagen mit Flaschenbenzin betankt und nochmals gecheckt hatte. Wir waren froh unseren Flug noch erreichen zu können. Nach 30 Minuten jedoch machte unser Gefährt schlapp, es schien als sei etwas überhitzt. Der Fahrer sagte es sei die Batterie und so schoben wir das Fahrzeug an, was auch klappte. Einigen hundert Meter später wurde die Hoffnung erneut zerschlagen. Aus der Motorhaube stieg Qualm. Unser Fahrer stieg aus und suchte eine Flasche im Gebüsch. Nachdem wir ihn auf unsere hinwiesen, ging er zum Bach, um ,,Kühlwasser'' zu holen. Das Resultat war ein tobender Geysir und wir bekamen nun echt Panik, den Flieger zu verpassen und unsere weitere Reiseplanung zu gefährden. Wie es so sein musste, kam der schwarze Van um die Ecke und unser Fahrer regelte, dass uns dieser nun doch für das letzte Stück mitnahm. Am Flughafen von Busanaga völlig platt angekommen, staunten wir nicht schlecht. Dieser ähnelt mehr einen Busbahnhof aus Blech. Trotz allerlei Trubel passte alles und es ging mit der Propellermaschine von Phlippine Airlines für 27€ pro Nase weiter nach Cebu.

Den Flug weitestgehend verschlafen, erreichten wir gerädert die berühmte Insel. Per Bus und Taxi ging es zum Busbahnhof von Cebu City. Die Stadt fiel neben einem starken Verkehr durch ein anstehendes Festwochenende, bei dem Kindkönige gefeiert werden, auf. Unser Tagesziel war die Stadt Moalboal im Süden der Insel, rund 90km von Cebu City entfernt. Wir hofften in 2-3 Stunden am Ziel anzukommen, jedoch ließen Verkehr und Straßen dies nicht zu, so dass sich die Fahrt über min. 4 Stunden zog, wohlgemerkt für 90km. Angekommen an der örtlichen Mall stärkten wir uns mit etwas Essen, kauften Proviant und nutzten den ATM. Per Tricycle ging es die letzten Kilometer zu unserem Resort namens The Blue Orchid. Den Rest des Tages entspannten wir am Pool und erholten uns etwas von der Reiserei, bevor wir den wunderschönen Sonnenuntergang genossen. Abends konnte das Essen sehr überzeugen, allerdings war das Personal sehr unaufmerksam, so dass wir nicht umher kamen, nachdem uns nach einer knappen Stunde immer noch keine Getränke gebracht wurden, den Manager zu sprechen. Nach einigem hin und her, passte am Ende aber nach viel Anstrengung alles und es wurde uns ein Discount gewährt. Zudem zeigte sich zu unserem Vorteil, dass nicht alles auf der Rechnung erfasst wurde, so dass der Ärger zumindest finanziell ausgeglichen wurde.

Am nächsten Tag mieteten wir uns für ca. 10 € einen Roller, um die Gegend außerhalb von Moalboal zu erkunden und einen Wasserfall in rund 1 h Fahrt anzusteuern. Generell bin ich ein Freund vom Rollerfahren auf asiatischen Inseln, kann man doch so super und individuell die Landschaft erkunden und mit 70/80 km/h schnellen Gefährten eine Menge Spaß haben. Ursprünglich hatten wir geplant nach Oslob zu fahren, um dort Walhaie in den Morgenstunden zu sehen. Jedoch benötigt die Anfahrt von unserem Resort recht viel Zeit und uns wurde im Vorfeld erzählt, dass ein täglicher Ansturm von Touristen, das schöne Erlebnis durchaus stört und eine gute Sicht nicht garantiert ist. So machten wir uns auf den Weg zum Wasserfall, welcher einer der Attraktionen in dieser Gegend ist. Dort angekommen, begann es mehr und mehr zu Regnen. Nach knapp 10 Minuten Fußweg erreicht man den Einlass, den man für etwas kleines Geld passieren kann. Zunächst wurden wir für einige Zeit durch monsunartige Regefälle ausgebremst, die aber wieder nachließen und nach 15 weiteren Fußminuten über Brücken und Wanderwege erreichten wir den Spot. Ein ansehnlicher Wasserfall mit türkisen Wasserbecken. Trotz der Regenfälle waren noch viele Besucher hier und so wurde es durchaus eng. Vorsicht ist hier bei der Wahl des Sitzplatzes geboten, denn entscheidet man sich für einen Tisch, wird eine nicht geringe Gebühr fällig. Nachdem wir unsere Fotos im Kasten hatten, traten wir nach einem Bier am Parkplatz trotz starken Regen den Rückweg an. Nach einem Klamottentausch im Resort ging es mit bestellten Tricycle zur Hauptstraße von Moalboal, von der wir wiederum mit einem Bus innerhalb von gut 3 Stunden nach Cebu City ritten. In der Stadt war aufgrund des Festival-höhepunkts an diesem Samstagabend die Hölle los. Nach einem letzten (zu kurzem) Besuch bei einem Streetfood-Stand gelang es uns nach einer knappen halben Stunde ein Taxi mit einer weiteren Mitfahrerin zum Airport zu erwischen. Weiter ging es mit Cebu Pacific nach Manila, von wo aus wir nach 3 Stunden Stopover über Peking mit 6 Stunden Stopover den letzten Flug nach Frankfurt antraten. Letztendlich lieferte uns dann der Fernbus nach insgesamt 22 Stunden Abreise in Dortmund ab.

Zurückblickend war diese insgesamt 23 tägige Reise ein super Abenteuer mit einer erstaunlichen und unvergesslichen Natur, tollen Menschen und eine weitere Challenge, die gemeistert werden konnte. Insgesamt legten wir auf dem Landweg rund 3.400 km zurück und bis auf die morgendliche Odysee als unser Fahrer auf Coron nicht erschienen war, klappte wiedermal alles, auch wenn es natürlich selten ganz ohne Zeitstress ablief. Ich jedenfalls bin froh mit Vietnam und den Philippinen zwei Länder, die auf meiner Must-See-List ganz oben standen, bereist zu haben und kann es jedem von euch nur wärmsten empfehlen. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 1.400€ komplett, fair. Vielen Dank fürs Lesen und euch viel Spaß, falls ihr es auch in Angriff nehmen möchtet Cool