Eine Reise nach Fernost – 10 Tage in Japan und Südkorea

Zeitraum: 
Juni, 2019

 

Schon vor einigen Jahren wurde dieses Reiseziel von Asienfreund Niklas und mir als to-do im Hinterkopf behalten. Da wir uns nur auf den Monat Juni oder Juli festlegten, konnte man mit den Reisedaten entsprechend jonglieren, so dass man für 460€ mit Air China nach Tokio und Rückflug von Seoul zuschlug. Am Flughafen  mussten die Rucksäcke, wie bereits bei dem letzten Air China Abflug in Düsseldorf, wieder beim Sondergepäck abgegeben werden, na gut. Air China konnte wieder mit einem insgesamt gelungenen Service überzeugen, Essen gut und auch etliche zusätzliche Biere wechselten auf Anfrage ohne Beanstandung den Besitzer. Nach kurzweiligem Umstieg in Peking erreichte wir am nächsten Morgen bei heißen Temperaturen den Flughafen Tokio- Haneda. Nach gut organisierter und somit zügiger Passkontrolle, welche die Abgabe von Fingerabdrücken umfasste (dazu wurden wir durch eine digitale Stimme auf Deutsch aufgefordert), erhielten wir einen 90-Tage-Visum-Kleber in unsere Pässe. Als nächstes sollte es per Linie ,,Tokyo Monorail‘‘ und dann mit der JR Linie nach Ueno gehen, in welchem Stadtteil sich das Tokyo Space Hostel befindet. Da man zu unserer Überraschung nicht mit Karte am Automaten bezahlen konnte, erhielten wir unsere Tickets erst nach kurzer Geldbesorgung am ATM. Sofort viel uns die Stille in der Bahnen auf, was besonders wegen der hohen Personenzahlen irgendwie unwirklich und für uns total ungewohnt war. Angekommen in Ueno sahen wir, dass der an der Station angrenzende Park mit seinen Museen und Tempeln ein beliebtes Freizeitziel für Einheimische, Touristen und Schulklassen ist. So ging es nach einer ersten Stippvisite und Einchecken im Hostel mit den kostenfreien Fahrrädern des Hostels zurück, um sich bei besten Sommerwetter alles mal näher anzusehen und uns der grünen Seite Tokios bei einem Bierchen vom 7eleven zu erfreuen. Den Abend begann man anschließend mit RumCola und Bier auf der Dachterrasse des Hostels. Später kehrten wir noch auf etwas Essen und ein paar japanische Gezapfte in ein kleines japanisches Restaurant um die Ecke ein. Essen , so stellte sich schnell heraus, sollte in den Tagen unserer Reise ein schwieriges Thema bleiben, wohingegen die Verfügbarkeit von Bier weitestgehend gut ausfiel.

 

Am folgenden Morgen begrüßte uns der Tokioer Himmel mit Wolken. Da dies unser erster und letzter voller Tag sein sollte, galt es, das Sightseeing-Programm erfolgreich abzuspulen. Dafür wollten wir zunächst den größten Fischmarkt der Welt einen Besuch abstatten. Dieser ist im Oktober 2018 von seinem angestammten Platz umgezogen und befindet sich nun in einem riesigen Hallenkomplex  auf einer Halbinsel in der Bucht von Tokio. Wir entschieden uns ab einer zentralen Bahnstation für den Fußweg, um weitere Eindrücke der Stadt bekommen zu können. Im Nachhinein war die Strecke aber doch recht ambitioniert und auch die Wegführung war nicht immer eindeutig zumal die Japaner im allgemeinen nicht durch Redseligkeit und gute Englisch-kompetenz daherkommen. Am Ziel angekommen, mussten wir feststellen, dass die neue Location des Fischmarkts, Händler und Besucher räumlich abtrennt und man keinen richtigen Blick auf das Treiben und die Unmengen an Meerestieren mehr bekommt. Daher an dieser Stelle der Hinweis, dass man sich einen Besuch dort leider sparen kann. Es gibt zwar die berühmte Thunfischauktion an der jeden Morgen 120 Besucher kostenfrei teilnehmen können, jedoch muss man dafür auch um 3 Uhr parat stehen, um einen solchen Platz zu bekommen und dann weitere 2 Stunden warten. Dies war zumindest uns der Aufwand nicht wert. Per Bahn und Pedes ging es anschließend zum bereits vorher gesehenen alten Fischmarkt, der nach der Verlagerung, heute hauptsächlich den Tokioern und Touristen als Anlaufpunkt dient. Aus meiner Sicht ganz nett, aber nichts Besonderes und auch keine größere Auswahl an Meeresgetier zu bestaunen. Die weiteren Sehenswürdigkeiten waren das Tempelviertel Sensō-ji, Tokyo-Tower und der Kaiserpalast am Rande des Businessviertels. Am Abend begaben wir uns dann in den wohl berühmtesten Stadtteil Tokios nach Shibuya. Dieser ist weltweit für seine berühmte Kreuzung, auf der bei jeder Grünphase mehrere hundert Leute von allen Seiten die Straße überqueren, sowie für abgedrehtes Entertainment als Partyviertel Tokios bekannt. Das Treiben auf der Kreuzung betrachteten wir zunächst vom Dach einer angrenzen Kaufhauses. Dann kreuzten wir selber mehrmals die Straßen, für uns wiederum überraschend, wie geordnet die Menschenmenge sich dabei darstellt. Anschließend liefen wir durch die angrenzenden Partystraßen, wobei hier die Partys größtenteils in den Gebäuden zu finden sind. Hier sahen wir auch die ersten Grüppchen von sagen wir aufreizenden Japanerinnen und ausgeflippten Tokiotern. Nachdem wir uns eine mehrgeschossige Spielhölle angeschaut haben, es gibt u.a. einen U-Bahn-Simulator, digitale Echtzeitpferderennen und Trommelautomaten, zog es uns im zweiten Anlauf in eine Bar mit einer guten Mischung aus Locals und Touris wie uns.  Hier gab es das gezapfte Japanische 0,4er für 400 Yen, sprich 3,30€ dazu westliche Partyhits. Gefiel leider nicht nur uns, sondern auch vielen anderen, so dass es etwas beengt zuging, aber gut, wer sich davor scheut, ist im Zweifel in Japan sowieso falsch. Später ging es noch zum bewährten 7eleven in einer Partystraße, um noch mehr vom Vibe des Viertels mitzubekommen. Im Ergebnis war das witzigste dann aber, dass eine Ratte auf eine Gruppe Asiatinnen zu rannte und diese kreischend das Weite suchten, Kollege Niklas konnte die Attacke zum Glück filmen. Nach einer abschließenden Show durch eine Gruppe betrunkener japanischer Teenager vor der Bahnstation ging es mit der vorletzten Bahn vor Dienstende zurück nach Ueno. Man sollte hier auch nicht unbedingt auf die letzte Verbindung setzen, da die Nachfrage auch bei uns schon entsprechend groß war und man mit Pech oder wenn man einfach zu spät aufschlägt nicht mehr hineinkommt. In Ueno ist abends sehr wenig los, so dass wir nach etwas Speis und Trank den kurzen Weg zurück zum Hostel antraten. Hier wurde sich dann noch bei Bier und Schnaps mit einem Ami etwas unterhalten, Mitstreiter am Glas fanden sich leider keine mehr.

 

Am nächsten Morgen ging es leicht angeschlagen nach einer erweckenden Dusche mit Sack und Pack zu Fuß zur Ueno-Station von der aus wir dank unseres 24h-Metro-Tickets noch die Fahrt zur Shinjuku Station im Zentrum Tokios ohne neuen Fahrschein bestreiten konnten.  In der Metrostation nach falscher Ticketbeschaffung am Automaten (Romancecar, hier müssen Zugticket und Reservierung getrennt gekauft werden und dieser Zug kostet ca. das doppelte) am Reiseschalter angestellt, die Karten zurückgegeben und welche für den Odakyu Zug gekauft (ca. 10€, 2 Stunden Fahrt). Beim Halt in Odawara (Sackbahnhof) fälschlicherweise schon etwas zu früh ausgestiegen, jedoch konnte es für 2-3€ weitergehen und mit einer einspurigen Bergbahn im Zick-Zack, sprich nach jedem Halt ändert der Zug aufgrund der Steilheit seine Fahrtrichtung, ging es bis zur Station Miyanoshita.     Dieses Dorf in den Bergen ist für seine heißen Quellen, seine Wanderwege und nicht weit entfernten, tollen Blick vom See Ashi auf einen der berühmtesten Berge, den Fuji, bekannt.                                              

 

Der Eindruck in der Bahn bestätigte sich bei Ankunft an der Station, kam aber auch nicht überraschend: Für Japaner ist dies ebenfalls ein beliebtes Urlaubs- und Erholungsziel. Zu Fuß gingen wir die knapp 10 Minuten die einzige Hauptstraße entlang und stoppten noch bei einem Tempel, welcher sich oberhalb der Straße im Grünen befindet. Am einzigen Hostel in der Gegend, dem Hakone Hostel 1914, einer umgebauten über hundert Jahren alten Poststation angekommen, war die Tür zwar offen, aber ansonsten noch niemand da. Wir machten uns es erstmal im Wohnzimmer bequem, wenig später kam dann die Hostelmitarbeiterin dazu, welche uns noch ein ums andere Mal überraschen sollte. Mit ihr zusammen fuhren wir, da sie eh in die Richtung musste, zum See Ashi, welcher der Hauptspot der Region ist. Neben riesigen Schreintoren gab es mehrere Schiffe, davon eins einem Piratenschiff nachempfunden, sowie mehrere Wanderwege. Der Blick auf den Fuji war uns leider aufgrund tief hängender Wolken verwehrt. Nach einem Gang zu einem Schreintor am Ufer des Sees, welcher als so beliebtes Fotomotiv dient, dass Touris mehr als eine halbe Stunde warten, um ein Foto mit sich und dem Schreintor zu bekommen, ging es nach anfänglichen Schwierigkeiten den Eingang zum Wanderweg zu finden, auf einen längeren Marsch durch die angrenzenden Wälder. Der Wanderweg war in Wahrheit ein uralter Handelsweg, welcher sich durch große Steine auszeichnete, so dass das ,,wandern‘‘ hier nach einiger Zeit wirklich anstrengend wurde. Die Natur und zugleich menschenleere Stille hatte was für sich. Zweimal mussten wir eine Straße kreuzen bis wir schließlich unser Ziel, ein altes Gasthaus erreichten. In der Küche war zwar jemand am werkeln, jedoch waren die Pforten am Nachmittag nicht mehr geöffnet, so wir unser ersehntes Bier nicht bekamen, verdammt. An dieser etwas einsamen Straße hatten wir, wie wir feststellten auch um eine halbe Stunde den letzten Bus das Tages verpasst, so dass wir nun vor der Wahl trampen oder 1 Stunde denselben Weg zurücklaufen standen. Wir versuchten unser Glück auf der zu dieser Uhrzeit wenig befahrenden Straße, leider vergebens. Zwar ist der Japaner ja durchaus hilfsbereit, aber zugleich oft auch etwas scheu. So ging es nach einigen Versuchen auf den Rückweg, welcher etwas schneller absolviert werden konnte. Am Lake Ashi leider regenbedingt etwas nass wieder angekommen, ging es von diesem mittlerweile verlassenen Ort per Linienbus ca. 45Min zurück zum Hostel. Dort angekommen, versuchten wir nach kurzer Regenerationspause ein Lokal fürs Abendessen zu finden. Direkt neben dem Hostel hatte ein brandneues Restaurant aufgemacht, jedoch entschließ man sich bei unserer Ankunft bereits vor Ladenschluss nichts mehr anzubieten. Eine Alternative hatte in diesem Dorf ebenfalls seine Schotten schon dicht, so dass uns nichts anderes übrig blieb, durstig und ausgehungert die berühmte Tempelkette 7eleven aufzusuchen. Hier wurde dann mit japanischem Dosenbier und Mikrowellenessen fürstlich gespeist J Einige Granaten fanden dann noch den Weg mit zurück ins Hostel, wo sich wiederum im Verlaufe des Abends noch ein Bayer zu uns und unserem deutschen Schnapps verirrte. Mit dem Alkohol stieg auch der Diskussionseifer immer weiter, so dass irgendwann seine bis dahin schlafende Frau dem Treiben Einhalt zu gebieten versuchte. Irgendwann strichen wir dann auch gut betrunken die Segel, schließlich stand für den nächsten Tag eine erneute Wanderung auf dem Programm.                            

 

Nicht frisch, aber lebend ging es morgens aus dem Doppellhochbett nach einer Dusche und der Erkenntnis über ein bewölktes bis regnerische Wetter vor die Tür. Die Wetterbedingungen ließen heute ebenfalls keine Sicht auf den Fuji zu, so dass wir uns direkt für eine Wanderung auf den angrenzenden Berg, dem Mount Sengen machten. Vollends dicht mit hohen Bäumen bewachsen und mit dem Chisuji-Wasserfalls als Sehenswürdigkeit ausgestattet war es ein gutes Wanderziel für ca. 3 Stunden, welches wir dank der Wetterlage quasi für uns hatten. Auf der anderen Bergseite angekommen ging es per Bergzug gratis (es war kein Automat vorhanden) über ein paar weitere Dörfer zurück nach Miyanoshita. Auf dem Weg mit der Bahn durch die Wälder fiel uns eine nachempfundene Fake-Haltestelle auf, welche mit dem Schild ,,St. Moritz‘‘ und einem Werbebanners auf die Kooperation mit der Schweizer Bahn aufmerksam machte und für Urlaub in der Schweiz warb. Am Abend ging es dann in ein zuvor reserviertes Onsen, ein Bad gespeist aus den thermalen Quellen dieser Gegend.   Davon gibt es ca. 3-4 in diesem Ort oder in unmittelbarer Nähe, jedoch war unserer davon das einzige in Naturoptik und welches man zudem privat für sich hat. Für 50Minuten bei rund 40°C Wassertemperatur kann man hier zum Preis von 8€ mit einem Bier die Seele baumeln lassen. Sollte man unbedingt hier mal machen. Da uns in Sachen Abendessen die Motivation fehlte  und der Laden nebenan von gestern nicht mehr in Frage kam, ging es heute der Abwechslung und besseren heißen Theke wegen zu einem anderen 24/7 Supermarkt namens Lawson. Leider gesellte sich an diesem Abend kein Trinkfreund mehr ins Hostel und der Ort war an sich abends leider auch wie ausgestorben. So wurde der Abend halt zu Dosenbier und Comedy auf dem Handy feuchtfröhlich verlebt.

 

Am nächsten Morgen ging es früh aus den Federn, um den Linienbus in die Stadt Gotemba am Fuße des Fujis (1 Umstieg nötig) zu nehmen, wo der Fernbus nach Kyoto einen Stop macht. Unser Hausdrache bot uns spontan aber an, uns dorthin zu fahren, was es für uns deutlich bequemer (20Min Fußweg von der Linienbushaltestelle zur Haltestelle des Fernbusses an der Autobahn nötig) und auch günstiger machte. Ein paar Euro in Yen Trinkgeld gab’s natürlich für unsere Supporterin und der Bus fuhr etwas überpünktlich ein und ab. Breite Sitze und Gardinen für Privatsphäre waren vorhanden und so ging es mit einem Pausenstop in ca. 6 Stunden nach Kyoto. Wir erreichten Kyoto am Nachmittag und nach etwas Orientierungsschwierigkeiten auch nach einiger Zeit unser Hostel Grids Kyoto Shijo Kawaramachi. Dieses kommt eher wie ein Hotel daher, besitzt eine große Lobby in der morgens Frühstücksbüfett im Zimmerpreis für knapp 25€ mit angeboten wurde. Wir hatten uns für eine Nacht in einem Doppelzimmer (Hochbett) eingebucht und nach einer nötigen Dusche ging es direkt wieder los. Das Hostel liegt mitten im Nishiki Market, einem Shoppingviertel mit festen kleinen Läden und freien Händlerständen. Hier war am späten Nachmittag aber nicht mehr viel los, so dass es uns zunächst weiter zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten namens Fushimi Inari-Taisha zog. Dabei handelt es sich um ein Tempelgelände mit Berg über das sich unzählige, tausende, rote japanische Torii erstrecken und so ganze Tunnel aus Torbögen gebildet werden. Der Gang hinau auf die Spitze des Berges ist durchaus anstrengend und dauerte über 1 Stunde. Auf ¾ des Weges gibt es eine Lichtung in diesem Gemisch aus Torbögen und Wald von der aus man einen Blick über Kyoto werfen kann. Einen ausgewiesenen höchsten Punkt gibt es ebenso wenig wie ein Restaurant. Die Erfahrung diesen heiligen Ort bewandert zu haben, möchte ich rückblickend nicht missen und empfehle diesen Spot bei einem Besuch Kyotos unbedingt. Die Sehenswürdigkeit ist zudem kostenfrei. Nach einer folgenden Verschnaufpause im Hostel ging es zu Fuß ins Gijon-Viertel. Dieses wird als einer der Hauptattraktionen angepriesen, allerdings war es für uns an diesem Montagabend verhältnismäßig enttäuschend. Berühmt ist dieser Stadtteil für seine Geishas, reizvolle Damen in traditioneller japanischer Kleidung mit weiß geschminkten Gesichtern, die Männer unterhalten. Wie genau dies in der Praxis aussieht, haben wir nicht in einem Selbstversuch herausfinden wollen, wurden aber zumindest einmal Zeuge einer solchen Damen und eines Japaners vor einem solchen Etablissement. Uns viel auf, dass sich abgesehen von einigen Touris, das meiste hinter den Türen abspielen musste. Jedenfalls war hier an diesem Abend nicht viel los und von Party und Entertainment keine Spur. So zog es uns es und nach kurzer Besichtigung einer angrenzenden Tempelanlage zurück in unser Viertel, in dem uns bereits bei unserem ersten Weg dort ein sehr modernes Hostel mit offener Bar im Kellergeschoss aufgefallen war. Dies verfügte zugleich über gezapftes Bier, was hier alles andere als selbstverständlich war. Für knapp 3€ mundete es und auch einen sogenanntenr Highball wurde von mir einmal getestet. Dabei handelt es sich um einen Mix aus japanischem Whiskey mit Sprite und Eis. Jedoch überwog der Whiskeygeschmack aus meiner Sicht zu stark, so dass der Umstieg auf Bier wieder erfolgte. Weiter ging es noch in eine nahegelegene japanische Eckkneipe auf ein paar Frische, bevor wir uns der Aufgabe annahmen, unsere Schnapsvorräte gepaart mit ein paar Dosenbier weiter zu reduzieren. Dies klappte in der Hostellobby auch super, wobei sich leider keine weiteren Trinkfreunde im Laufe der Nacht mehr einfanden…wir waren es ja schon gewohnt.

 

Für den 6. Tag in Japan war die Fahrt nach Osaka geplant. Aufgrund der geringen Entfernung und kurzen Fahrzeit von knapp 1 Stunde mit einer regulären Bahn, konnten wir zuvor noch einen Abstecher zum Kinkaku-ji, einem buddhistischen Tempel mit goldener Fassade machen. Diesen erreichten wir per Linienbus und nach ein paar Euro Eintritt hatte man wenige Meter später einen ersten guten Blick auf den Tempel, welcher direkt an einem See liegt. Zwischenzeitlich zeigte sich die Sonne, so dass wir das ein oder andere schöne Foto mit entsprechenden Reflektionen einfangen konnten. Nach knapp einer Stunde hatten wir den Tempel dann aber auch in allen Lagen für uns verewigt und so ging es erneut mit dem Linienbus (Haltestelle nah am Ein-/Ausgang) zurück in Hostel, um unser Gepäck aufzuladen. Wir blieben unserer Linie treu und so zu Fuß zunächst zur Shichijo Station, von der aus wir direkt bis zur nächstgelegenen Haltestelle von unserem Hostel (Hostel Bushi)  der Kyobashi Station fahren konnten. Direkt angrenzend gibt es eine Marktpassage mit kleinen Läden, unzähligen Restaurants und Kneipen sowie Spielplätze für Zocker. Nach gut 10 Minuten Fußweg und der ersten Erkenntnis, dass man hier mit Englisch noch weniger gut zu Recht kommt, wie in den vorherigen Städten, erreichten wir das gute und geräumige Hostel mit Dachterrasse. Im Vorfeld bestach diese Unterkunft insbesondere dadurch, dass man hier in einem Bierfass sitzend Bier trinken kann. Dieses ,,Bad‘‘ wurde uns sofort angeboten und wir hätten ebenso schnell eine Reservierung vornehmen sollen, da es später gebucht war und man allein zum Einlassen des Wassers eine ganze Stunde veranschlagt. Zunächst stand jedoch erstmal eine große Herausforderung an, nahrhafte Nahrung zu finden, die zudem dem westlichen Gaumen zusagt. Ein erneut schwieriges Unterfangen, welches irgendwie zumindest teilweise gelöst wurde. Da der Abend bereits hereinbrach, verschoben wir unseren einzigen Sightseeingspot, die Burg von Osaka, auf den nächsten Morgen und gaben uns unserem Drang nach japanischen Bier in gezapfter und aluminumummantelter Form hin. Einmal schafften wir es in einer Bar ein gezapftes Bier für 100Yen, sprich 80Cent zu ergattern. Jedoch machte bei der Freude in unseren Gesichtern die Kellnerin uns direkt darauf aufmerksam, dass dieses nur einmal zu bekommen sei J Im Verlauf des Abends und mit steigendem Pegel kam die Hosteldame unserem Wunsch nach einem ,,mit Bier im Bierfass‘‘-Foto noch nach und so wurde auch dieser Abend irgendwann mit einem guten Schwips zu unserer vollen Zufriedenheit für beendet erklärt.

 

Recht früh ging es am nächsten Morgen aus den Betten, stand doch an diesem Tag der Flug nach Südkorea im Tourplan. Zuvor sollte jedoch natürlich noch die Hauptattraktion Burg Osaka beehrt werden, welche um 9Uhr Ihre Pforten öffnet. Nach 30 Minuten Fußweg erreichten wir den weitläufigen Park im Zentrum von Osaka und konnten die riesigen Burgmauern und wie es sich für eine echte Burg gehört den Burggraben erblicken. Für rund 600Yen (5€) bekamen wir Einlass in die 1597 erstmalig eröffnete und 58m hohe Burg, welche heute als Museum dient und auf allen Etagen die Geschichte der Burg und der Vereinigung Japans im 16. Jahrhundert zeigt. Die Burg selbst wurde in Kriegen immer wieder zerstört oder stark beschädigt und wurde aufwändig wieder erbaut oder restauriert. Auf der 8. Etage befindet sich eine Aussichtsplattform von der wir einen grandiosen 360° Blick über die Skyline von Osaka hatten. Sofern ihr mal in der Kyoto seid, lohnt sich ein Trip nach Osaka für diese zu Recht berühmte Burg definitiv.  Nach einem Marsch durchs Bankenviertel sattelten wir die Rücksäcke auf und von der nahegelegenen Kyobashi Station ging es zum Flughafen Kansai, welcher wie wir am Tag vorher noch rausfanden, nicht der städtische Flughafen ist, sondern sich auf einer extra geschaffenen künstlichen Insel 40km außerhalb von Osaka befindet und alle internationalen Flüge abfertigt. Per Bahn ging es für ca. 10€ mit zahlreichen Stopps in einer guten Stunden dorthin. Wir hatten uns für den japansichen Low-Coster Peach entschieden. Dieser besitzt einen eigenen Terminal, welchen wir nach 5 Minuten Busfahrt von der Flughafenhaltestelle erreichten. Zu unserer Verwunderung war hier nichts los, so dass wir ohne Wartezeit und andere Passagiere die Kontrollen passierten. Als der Flieger an der Startbahn ankam, teilte uns der Pilot mit, dass sein Navi nicht funktioniert und wir daher zurück zum Gate müssen. Bei mir klingelten sofort die   Alarmglocken, befürchtete ich doch nun mehrere Stunden Verzögerung. 3 Techniker nahmen sich der Sache an. Die Japaner an Bord schien dieses Problem nicht  nervös werden zu lassen, mich hingegen schon. Aber sie bekamen es hin und mit einer Stunde Verspätung hob die Maschine mit Ziel Busan, zweitgrößte Stadt Südkoreas und am Meer, ab. Im Landeanflug bestach Busan vor allem mit einem: unzählige alte und neue Betonwohnhochhäuser. Im Vorfeld hatten wir uns rein optisch doch etwas mehr versprochen, allerdings hatten wir außer einem Kurzaufenthalt in der Innenstadt uns hierfür eh nichts vorgenommen gehabt. Aufgrund der Flugverspätung und des Angebots am Flughafen, direkt mit einem Bus zu unserem Ziel Gyeongju gefahren werden zu können, fiel die Entscheidung somit leicht und die Bustickets für 8€ p.P. wurden am Busterminal (direkt rechts vom Ausgang des Flughafens) gekauft. In einem bequemen Bus mit breiten Sitzen ging es die 80km in gut einer Stunde bis zum Busbahnhof von Gyeongju, welcher etwas außerhalb des Zentrums liegt. Da standen wir nun und mussten uns erst einmal orientieren, hatte ich ursprünglich mit einer Bahnfahrt und anschließenden Linienbus zum Hauptbahnhof geplant, welcher unmittelbar bei unserem Hostel Momojein lag. Dank der Hilfe einer englischsprachigen Südkoreanerin und deren Handy wurde uns die grobe Richtung gewiesen. Im Dunstkreis der Unterkunft wurde es dann aber wirklich schwierig, da die angezeigte Position des Hostels sich nicht mit der Wirklichkeit zu decken schien. Dank der Motivation und Ausdauer eines kleinen Provinzgangsters konnte nach gut 15 weiteren Minuten durch teils enge Gassen erst ein kleines Schild und dann das Hostel selbst gefunden werden. Praktisch war, dass wir dabei direkt einen geführten Rundgang durch die Nuttengasse bekamen, in der vietnamesische Schönheiten hinter Scheiben und teils davor stehend auf Besucher warteten. Dieser Ausflug kam für uns ohne optische Vorankündigung und so schaute ich erstmal, dass ich meine Wertsachen einigermaßen sicher bei mir waren. Unser ,,Guide‘‘ sagte kurz danach ziemlich trocken zu uns: ,,It’s not safe for you!‘‘ gepaart mit einem Lächeln.  Das Zweierzimmer hatten wir für zwei Nächte zu weniger als 20€ p.P. die Nacht gebucht und beinhaltete sogar ein freierstellbares Frühstück im klassischen Hostel Style (Kaffee/Tee + Toast+ Marmelade), wobei man sich auch dazu noch Eier hätte kochen können. Unser Interesse für den restlichen Tag beschränkte sich am frühen Abend darauf, etwas Essen und einige südkoreanische gezapfte Biere zu verköstigen. Keine 100m vom Hostel weckte ein vietnamesisches Restaurant und Interesse, welches fortan für die nächsten 2 Tage unser Lieblingsort wurde. Neben den typisch leckeren Speisen erfreuten wir uns hier über das große gezapftes Bier für 2,50€. Irgendwann endete der Abend schließlich mit einem Sicherheitsbier vom angrenzenden 24/7 Shop im Bett liegend.                         

 

Am nächsten Tag hieß es unserem Anliegen für die Reise nach Gyeongju nachzukommen, worauf wir uns auch wirklich freuten. Gyeongju ist von Nationalparks umgeben, welche sich durch grün bewaldeten Berge in einer ziemlich malerischen Landschaft auszeichnen und so zurecht als UNESCO-Welterbestätte geführt wird. Von der Hostelseniorita wurde uns eine 4stündige Wanderroute auf einen Berg mit tollem Panorama empfohlen, deren Start-und Zielorte zudem mittels Linienbus gut angeschlossen war. Von einer Bushaltestelle am Bahnhof aus ging es keine 30 Minuten lang zum Ausgangpunkt. Der Eingang des Wanderwegs musste kurz gesucht werden, bevor es immer bergaufwärts aber dennoch weitestgehend angenehm in die Wälder ging. Relativ wenig andere Wanderer begegneten uns, was sicherlich auch auf die Anzahl unterschiedlicher Wanderwege zurückzuführen war. Bei bestem Wetter erreichten wir irgendwann den Gipfel, von wo wir einen super Blick über das Tal und auf die gegenüberliegende Bergkette hatten und festhielten. Der Gipfel war an diesem Tag zugleich Austragungsort für den Kaffeeklatsch einer größeren Gruppe sudkoreanischer Frauen, welche sich über unsere Kurzvisite freuten. Beim folgenden Abstieg konnte man neben der einen oder anderen Steinpagode noch einen sich über eine Felswand breit erstreckenden Wasserfall anschauen und ansonsten einfach diese intakt wirkende Natur genießen. Nach getaner Wanderung erreichten wir bierdurstig die Zivilisation. Im ersten Restaurant wurde meine Frage nach einem Bier leider lachend vom Personal verneint, so dass ein nahegelegener Kiosk mit Außenbestuhlung den Zuschlag bekam. Eine Oma servierte uns dort zum eiskalten Flaschenbier noch eine selbstgekochte Suppe bestehend aus Brühe, Glasnudeln und allerlei Gemüse. Problem an der Sache: Die Suppe war absolut kalt und daher alles andere als gaumen- und magenfreundlich für uns Westeuropäer. Unsere Bitte die Suppe zu erwärmen wurde mit Gestik und Mimik abgelehnt, scheinbar ist man diese in genau dieser Form. Nachdem der Durst fürs erste gestillt war, ging es per Linienbus zurück nach Gyeongju. Dort folgten der Besuch des überdachten Marktes nahe des Bahnhofs sowie ein ausgiebiger Marsch durch die Stadt. Auffällig  hier unzählige vielleicht 10m hohe runde grüne Hügel, welche die Gräber von ranghohen Verstorbenen sind. In der Region schien die Stadt zudem für seine nachts mit Scheinwerfern beleuchteten Tempelmauern bekannt zu sein, hielten doch zahlreiche Touristenbusse dort. Auch wir ließen uns nicht von den 2€ Parkeintritt abschrecken und bekamen so ein paar schöne Fotomotive mehr in unsere Sammlung. Eine Überraschung fanden wir nahe des Ausgehviertels vor, sind bzw. werden hier viele Holzhäuser im schweizer Stile errichtet. Nach dem anstrengenden Tag  ging es für uns erneut zum Vietnamesen. Der Besitzer freute sich auch wieder über uns und so wurden noch einige gutschmeckende Liter Ihrer Bestimmung zugeführt bevor es sich im Bett bequem gemacht wurde.

 

Abermals zur frühen Stunde ging es am vorletzten Tag unserer Tour raus, um den bzw. die beiden Züge nach Seoul zu bekommen. Vom Bahnhof aus nahmen wir zunächst einen Regionalzug, den wir genau wie den nach Umstieg gewählten Schnellzug KTX zuvor online für ca. 25-30€ gesamt gebucht hatten. So kamen wir kurzweilig und zugleich mit etwas Schlaf nachholen mit fast durchgängig 270-300 km/h in Seoul an. Für mich wirklich beachtlich bei dieser Fahrt war, dass der Zug trotz vieler Tunnel und Brücken seine hohe Geschwindigkeit nicht drosselte und somit wir wirklich optimal Strecke machten. Dafür kann sich die Deutsche Bahn noch so einiges abgucken. Am Abend zuvor hatten wir uns über Tripadvisor eine 6- stündige Rundtour zur DMZ (Demilitarisierten Zone) für ca. 35€ gebucht. Als Abholort wählten wir das Four Points by Sheraton´- Hotel, welches in 10 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof erreicht wurde. Auf den ersten Blick machte Seoul für uns nicht mit einer hochmodernen Architektur auf sich aufmerksam, wie man es vielleicht erwarten würde. Nachdem die vereinbarte Zeit überschritten wurde und noch kein Auto für uns vorgefahren war, machte ich mich auf die Suche nach einem möglichen anderen Eingang und wurde auf der Rückseite des Gebäudes in Form einer kleinen Lobby fündig. Vor dieser hielt auch ein Van mit laufendem Motor allerdings ohne Fahrer. So ging ich wieder auf die Hauptseite des Gebäudes und Niklas winkte mich schon herbei. Der Fahrer war just in dem Moment zur Hauptseite gegangen als ich wiederum verschwunden war J 5 Minuten später wurden wir an einem Reisebus rausgelassen, der auch schon in den Startlöchern stand. Eine südkoreanische Studentin empfing uns schnell und schon ging es in Richtung Norden zur Grenze. Während der Fahrt bekamen wir mal mehr, mal weniger interessante Infos über Südkorea, den Grenzkonflikt und die Sicht auf Nordkorea zugesteckt. Als wir ein Grenzörtchen passierten ließ unser Guide uns wissen, dass Leute, die hier leben, keine Steuern zahlen müssen. Für unseren Guide wäre dies aber keine Option, da man hier an der koreanischen Grenze weder shoppen noch ausgehen könnte. J So kann man’s natürlich auch sehen mit den Folgen des Koreakonflikts. Auf dem Tourplan stand zunächst die Besichtigung eines Parks, von welchem man unter anderem die Freedom Bridge sehen kann. Hier war der Aufenthalt mit nur 20 Minuten etwas zu kurz aus meiner Sicht. Danach ging es weiter zum Dora-Observatorium. Hier standen zahlreiche Ferngläser mit denen man einen umfassenden Blick auf die nordkoreanische Seite und die dort angrenzende Kleinstadt Kijong-dong. Diese erscheint dem Betrachter als Geisterstadt, da dort nahezu keine Menschen und Aktivität zu beobachten ist. Nach längerem Absuchen sichteten wir einen Fahrradfahrer und ein fahrendes Auto. Laut Wikipedia gehen hier nachts zur selben Zeit in denselben Häusern die Lichter an. Den Verdacht, dass es hier möglichweise um eine reine Kulisse handelt, können wir augenscheinlich bestätigen. Interessant ist ansonsten noch der Wettbewerb der höchsten Fahne zwischen Nord- und Südkorea. Nachdem Südkorea einen Fahnenmast errichtete, der höher als der nordkoreanische war, holte Nordkorea zum Vergeltungsschlag aus: Ein 160m hoher Fahnenturm mit einer 270kg (!) schweren Fahne an seiner Spitze. Damit konnte sich Nordkorea in die bedeutende Liste der höchsten Fahnenmäste immerhin auf Platz 4 eintragen. Angeführt wird die Liste übrigens von Saudi-Arabien mit einem 11m höheren Mast, mal sehen wie lange noch, es bleibt spannend. Nach unserem Blick auf das abgeschottete Nordkorea ging es mit dem Bus weiter zum 3. Infiltration Tunnel (Angriffstunnel). Dieser befindet sich gut 70m unter der Oberfläche und ist insgesamt 1,6km lang. Der Weg in die Tiefe ist schon etwas anstrengend und an dessen Ende bzw. dem aus südkoreanischer Seite zugänglichen Teil befindet sich eine Betonplatte mit einem Sichtschlitz auf die andere (nordkoreanische) Seite. Gebaut wurde dieses Tunnel von den Nordkoreanern um im Angriffs bzw. Verteidigungsfall möglichst überraschend viele Soldaten auf die Seite des Feindes einrücken zu lassen, bis zu 30.000 Mann pro Stunde sollen möglich sein. Südkorea entdeckte den Tunnel bevor er fertiggestellt werden konnte. Die Besichtigung des Tunnels kann ich sehr empfehlen auch wenn es im Endeffekt nicht so viel zu sehen gab, bekommt man einen guten Eindruck von der Brisanz des Koreakonflikts und welcher logistische Aufwand damit einhergegangen ist. Letzte Station in der DMZ war eine sehr moderne und zugleich ungenutzte Bahnstation, welche als Ausangstour nach Nordkorea für den Tag X der Reisefreiheit zwischen den koreanischen Staaten geplant und gebaut wurde. Ein für diesen in unbekannter Zukunft liegenen Zweck ziemlich imposanter Bau. Auf unserem Weg zurück nach Seoul hielten wir dann überraschend noch an einem Ginseng-Museum/Geschäft. Dabei handelt es sich um eine asiatische Wurzel, welche als Getränk wundersame Schmerzheilung verspricht. Nach einer Verkostung eines Getränks kann ich zumindest sagen, dass es nicht schmeckt. Aufgrund des Verkehrs an diesem Freitagnachmittag setzte man uns im Norden der Stadt in der Nähe einer Universität ab. Hier waren zahlreiche Shops,Restaurants und Bars. Unzählige Südkoreaner liefen umher und ließen es sich gut gehen. Nach einem kurzen Rundgang entschieden wir uns dennoch, mit der U-Bahn zu unserem Hostel dem Amuse Guest House zu fahren. Dieses lag überraschend nah an einem großen Partyviertel. Für weniger als 20€ bekamen wir hier Betten im 6er Zimmer und machten uns zunächst mit einem Bierchen auf der Dachterrasse bequem. Hier taten bereits zwei Engländer das selbige und so wurden einige Reiseerfahrungen ausgetauscht. Leider mussten die Jungs am nächsten morgen früh raus, um ebenfalls nach Gyeongju zu fahren und so ergab sich leider kein Deutsch-England-Vergleich mehr am Glas. Uns zog es zur Nahrungsaufnahme zunächst durch die angrenzenden Straßen und auch einer kleine aber intensive Elektroparty konnte ein Kurzbesuch abgestattet werden. Leider waren wir noch zu unterhopft, so dass es immer weiterging bis wir irgendwann in einem zwielichtigen Straßenabschnitt mit lauter leichtbekleideten Damen eintrafen. Alle sehr nett uns am Begrüßen, aber wir lehnten dankend ab J In der nahe dem Hostel gelegenen Bar Blue55 gefiel es uns insgesamt am besten. Diese Bar hat 3 Etagen inkl. einer Dachterrasse und serviert neben unterschiedlichen gezapften Bier- und Flaschenmarken auch europäisches Essen, so z.B. Bratwurst, die sich Niklas orderte. Leider schloss der Laden trotz des Samstagabends bereits gegen 1Uhr. Aber unser guter Freund 7Eleven war gewohnt nah und so konnten wir den Abend ganz entspannt und ohne Menschenscharen auf unserer Dachterrasse des Hostels feuchtfröhlich begießen.

 

Am nächsten Morgen mit etwas Kopfweh die Augen geöffnet, war ich zunächst unsicher, ob ich in meinem Zimmer gelandet war, aber ja, passte. Es folgte nach kurzem Frühstück im Hostel (inbegriffen) ein ca. 2 stündiger Marsch durch das doch recht hügelige Seoul im Umfeld des Hostels. Hat sich gelohnt, ein Mix aus viele kleine Läden, verwinkelt Gassen und starkbefahrende Hauptstraßen. Die Bausubstanz ist insgesamt doch recht in die Jahre gekommen und man erkennt auch noch viel Altes und nicht wie man vielleicht erwartet nur die moderne und somit eine viel sterilere Stadt. Im Anschluss folgte ein Abschlussbier auf dem Dach, bevor es mit Bahn die zum Flughafen ging. Beim Umstieg schob sich kurzerhand eine Sicherheitsbarriere, die das Fallen auf die Gleise verhindert, zwischen Niklas und mich, so dass wir mit unterschiedlichen  Bahnen die weiteren gut 45 Minuten zum Flughafen bestritten. Am Flughafen lief alles ohne Probleme und wir hatten noch genug Zeit uns mit chinesischem Geld für den Stoppover in Peking einzudecken.  Für die 6 Stunden Umstiegszeit hatten wir es fest auf die Getränkeautomaten abgesehen, welche die kalte 0,33 Dose Tsingtao-Bier für rund 1€ ausspucken. So vertrieben wir uns mit Dosenbier und WLAN die Zeit. Mit 40-Minuten Verspätung ging es mit der Air-China-Maschine los gen Heimat und nach Speis und Trank konnte der Großteil des Nachtfluges auch gut mit Schlaf überbrückt werden.

 

Als mein Fazit kann ich sagen, dass diese Tour wirklich sehr interessant war und wir hier eine ganz andere Seite Asiens kennenlernen konnten. Japan voran hat wirklich viele Eigenheiten und bieten dem Besucher tolle Sehenswürdigkeiten und eine spektakuläre Natur, wobei man natürlich wie so oft, auch Glück mit dem Wetter brauch und dies bei einem Inselstaat nicht selbstverständlich ist. Südkoreaner zeichneten sich im Vergleich zu den Japanern optisch als deutlich individueller Typen aus und generell war in Südkorea vieles lockerer, wenn gleich man dabei nicht an Verhältnisse wie in Thailand oder anderen südostasiatischen Ländern zu denken brauch. Südkorea ist zudem überraschend grün und bergig und einen Besuch der DMZ kann ich trotz einer geführten Reise und vielen anderen Touristen vor Ort sehr empfehlen. Für uns beide war es eine absolut gelungene Tour, der es eigentlich nur an Trinkgesellschaft und der ein oder anderen Party gefehlt hat. Insgesamt lagen meine Gesamtausgaben inkl. der Flüge, des Bodentransports und der Unterkünfte bei knapp 1.000€ für die 10 bzw. 9 Tage vor Ort, wobei bei einer vollwertigen Verpflegung sicherlich noch einiges dazu gekommen wäre, wenn es ein entsprechendes Angebot nach europäischem Standard bzw. in sättigenden  Portionen gegeben hätte J Für den Asieneinsteiger empfehle ich dennoch klar den Besuch anderer (südostasiatischer) Länder, da es in beiden Ländern in Sachen Kommunikation und Orientierung doch regelmäßig überraschend schwierig war. 

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